Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Meerblau






manche farben
sieht man
und vergisst sie wieder

blau gehört nicht dazu

es bleibt
wie der geruch von salz
in einer jacke
nach einem tag am wasser

ich kenne dieses blau
seit ich denken kann

es lag über den wellen
über meinen kindertagen
über fragen
auf die niemand antworten musste

manchmal
sitzt es still
am rand der welt

dort
wo der horizont beginnt
und aufhört

blau erzählt
nicht von eilenden schritten
nicht von lärm
nicht von wichtigkeit

blau erzählt
vom bleiben
vom wind
der kommt
und weiterzieht

vom meer
das niemals dasselbe ist
und doch immer
meer bleibt

wenn ich an zuhause denke
denke ich nicht an mauern
nicht an straßen
nicht an eine adresse

ich denke
an dieses blau
an die weite
die mich klein macht
ohne mich zu verlieren
und an den himmel
der jeden tag
neu beginnt.

~*~

© Anne Seltmann



 


 




Anne Seltmann 05.06.2026, 06.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Niwibo sucht...blau





Blau ist meine Lieblingsfarbe. Das war sie schon, bevor ich wusste, warum.

Vielleicht liegt es daran, dass Blau für mich Weite bedeutet. Als Kielerin genügt oft ein Blick aufs Meer, um zu verstehen, warum mich diese Farbe so berührt. Das Blau von Wasser und Himmel schenkt mir Ruhe, selbst an Tagen, an denen die Gedanken kreisen.

Blau drängt sich nicht in den Vordergrund. Es ist keine Farbe, die laut um Aufmerksamkeit bittet. Sie ist einfach da – beständig, verlässlich und tief. Genau das mag ich an ihr.

Für mich steht Blau für Freiheit. Für den Horizont, der immer ein Stück weiter reicht, als das Auge sehen kann. Für die Sehnsucht nach neuen Wegen und gleichzeitig für das Gefühl, angekommen zu sein.






Blau hat aber auch etwas Nachdenkliches. Es lädt zum Innehalten ein. Während Gelb mich aufrichtet und wach macht, lässt Blau mich durchatmen. Es schenkt meinen Gedanken Raum und meiner Seele eine kleine Pause.

Vielleicht liebe ich Blau deshalb so sehr. Weil diese Farbe alles vereint, was mir wichtig ist: Ruhe und Weite, Tiefe und Leichtigkeit, Sehnsucht und Geborgenheit.






Und wenn ich meine Augen schließe und an Blau denke, sehe ich nicht nur eine Farbe. Ich sehe den Himmel über der Ostsee, das Glitzern der Wellen und einen Horizont, der mich immer wieder daran erinnert, wie groß und schön die Welt sein kann.

 














Anne Seltmann 02.06.2026, 17.48 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 261/2026


Die Dahlie stammt ursprünglich aus Mexiko. Dort wuchs sie schon lange, bevor europäische Entdecker die Pflanze überhaupt kannten. Im 18. Jahrhundert gelangten ihre Knollen nach Spanien und von dort aus in die botanischen Gärten Europas.

Anfangs betrachtete man die Dahlie eher als seltene Kuriosität. Doch schon bald entdeckten Gärtner ihr enormes Potenzial. Durch Kreuzungen entstanden immer neue Blütenformen und Farben. Aus den ursprünglich einfachen Blüten entwickelten sich die prachtvollen Sorten, die heute Gärten und Parks schmücken.

Besonders beliebt wurde die Dahlie im 19. Jahrhundert. In vielen Ländern entstanden regelrechte Dahlienliebhaber-Vereine, die sich dem Züchten neuer Sorten widmeten. Mittlerweile gibt es mehrere Zehntausend registrierte Dahliensorten – von kleinen Pompon-Dahlien bis zu riesigen Tellerdahlien.

Ihre große Stärke ist die lange Blütezeit. Während viele Sommerblumen bereits verblühen, zeigen Dahlien oft bis zum ersten Frost ihre farbenprächtigen Blüten.

So hat die Dahlie einen weiten Weg zurückgelegt: von den Hochebenen Mexikos bis in die Gärten der ganzen Welt, wo sie bis heute als Königin des Spätsommers gilt.







Anne Seltmann 02.06.2026, 06.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Internationaler Kindertag – Aktionstag am 1. Juni 2026


[Bild KI generiert]



Internationaler Kindertag – ein Tag für die Kleinsten mit großer Bedeutung

Am 1. Juni dreht sich weltweit vieles um die Kinder. An diesem Tag wird der Internationale Kindertag gefeiert – ein Aktionstag, der daran erinnern soll, dass Kinder eigene Rechte haben und besonderen Schutz verdienen.

Dabei wird der Kindertag rund um den Globus ganz unterschiedlich begangen. Mancherorts stehen fröhliche Kinderfeste, Spiele und gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt. Anderswo nutzen Organisationen und Initiativen den Tag, um auf Missstände aufmerksam zu machen und sich für bessere Lebensbedingungen von Kindern einzusetzen.

So verschieden die Traditionen auch sind, ein Gedanke verbindet sie alle: Kinder sollen gesehen, gehört und ernst genommen werden. Denn jedes Kind hat das Recht auf Schutz, Bildung, Gesundheit und die Chance, unbeschwert aufzuwachsen.

Ein schöner Anlass also, nicht nur zu feiern, sondern auch daran zu denken, wie wertvoll Kindheit ist!




Anne Seltmann 01.06.2026, 05.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Black and White Juni 2026





Garnrollen – kleine Helfer mit großer Wirkung

Wer näht, stickt, häkelt oder strickt, kennt sie: Garnrollen. Diese unscheinbaren kleinen Zylinder gehören zu den Dingen, die meist erst auffallen, wenn sie fehlen. Dabei leisten sie Erstaunliches.

Eine Garnrolle ist eigentlich nur ein praktischer Aufbewahrungsort für Fäden. Doch betrachtet man sie genauer, steckt viel mehr dahinter. Jede Rolle verspricht Möglichkeiten. Aus einem einzigen Faden können Kleidungsstücke entstehen, kunstvolle Stickereien, Kuscheltiere, Patchworkdecken oder Reparaturen, die Lieblingsstücke vor dem Ausrangieren bewahren.

Früher bestanden Garnrollen oft aus Holz. Sie waren robust, lagen angenehm in der Hand und sind heute begehrte Sammelobjekte. Manche tragen noch die alten Etiketten ihrer Hersteller und erzählen von Zeiten, in denen Handarbeit zum Alltag gehörte. Moderne Garnrollen bestehen meist aus Kunststoff oder Karton, erfüllen aber denselben Zweck: Sie sorgen dafür, dass das Garn ordentlich aufbewahrt wird und sich nicht in ein hoffnungsloses Knäuel verwandelt.

Wer kreativ arbeitet, kennt das Phänomen: Man kauft eine Garnrolle für ein bestimmtes Projekt. Nach dessen Fertigstellung bleibt ein Rest übrig. Dann kommt die nächste Rolle dazu, und noch eine. Irgendwann besitzt man eine kleine Sammlung in allen Farben des Regenbogens – und natürlich genau nie den Farbton, den man gerade braucht.

Besonders faszinierend ist die Vielfalt. Es gibt Nähgarn, Stickgarn, Häkelgarn, Effektgarn mit Glanz, Metallicfäden und sogar Garn, das im Dunkeln leuchtet. Jede Rolle wartet geduldig auf ihren Einsatz und trägt ein Stück Kreativität in sich.








Anne Seltmann 01.06.2026, 00.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Heute ist Tag der Weißstörche in Polen – Dzień Bociana Białego




Warum bringt ausgerechnet der Storch die Babys?


Fast jedes Kind hat die Geschichte schon einmal gehört: Der Storch fliegt durch die Lüfte und bringt die Babys zu ihren Familien. Doch wie kam es eigentlich zu dieser ungewöhnlichen Vorstellung?

Der Ursprung dieser Erzählung liegt weit in der Vergangenheit. Schon vor Jahrhunderten galt der Storch als Glücksbringer. Weil die großen Vögel ihre Nester gerne auf Hausdächern, Schornsteinen oder Kirchtürmen bauten, freuten sich die Menschen über ihren Besuch. Ein Storchennest auf dem Dach wurde als Zeichen für Glück, Wohlstand und Kindersegen angesehen.

Hinzu kommt, dass die Störche jedes Jahr im Frühjahr aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Genau dann, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, Blumen blühen und viele Tiere Nachwuchs bekommen. So entstand die Verbindung zwischen dem Storch und dem Beginn neuen Lebens.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine praktische Geschichte für neugierige Kinder. Wenn die Frage aufkam, woher die Babys kommen, war die Antwort einfach: „Der Storch hat sie gebracht. Das ersparte so manches komplizierte Gespräch und ließ gleichzeitig viel Raum für Fantasie.

Auch Märchen und Legenden trugen dazu bei, die Vorstellung weiterzuverbreiten. Besonders im 19. Jahrhundert wurde die Geschichte vom Storchenbaby in ganz Europa populär und gehört bis heute zu den bekanntesten Kindermärchen überhaupt.

Natürlich wissen wir heute, dass Störche keine Babys transportieren. Trotzdem hat die alte Erzählung ihren Zauber nicht verloren. Vielleicht deshalb, weil sie von Hoffnung, Glück und einem kleinen Wunder erzählt – genau den Dingen also, die viele Menschen mit der Geburt eines Kindes verbinden.




Anne Seltmann 31.05.2026, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 06



Wenn nach einem langen Winter die ersten Tulpen ihre farbenfrohen Blüten öffnen, ist der Frühling endgültig angekommen. Kaum eine andere Blume steht so sehr für die erwachende Natur, für Lebensfreude und für die Sehnsucht nach wärmeren Tagen.

Dabei stammen Tulpen ursprünglich gar nicht aus den Niederlanden, mit denen sie heute untrennbar verbunden sind. Ihre Heimat liegt in Zentralasien. Erst im 16. Jahrhundert gelangten sie nach Europa und lösten dort eine regelrechte Begeisterung aus. In den Niederlanden entwickelte sich sogar eine wahre „Tulpenmanie, bei der seltene Tulpenzwiebeln zeitweise zu astronomischen Preisen gehandelt wurden.

Heute gibt es Tausende von Tulpensorten in nahezu jeder denkbaren Farbe. Von reinem Weiß über sonniges Gelb bis hin zu kräftigem Rot, Violett oder sogar mehrfarbigen Blüten reicht die Vielfalt. Manche wirken elegant und schlicht, andere erinnern mit ihren gefransten oder gefüllten Blüten fast an kleine Kunstwerke.

Tulpen sind jedoch nicht nur schön anzusehen. Sie symbolisieren je nach Farbe unterschiedliche Gefühle. Rote Tulpen stehen für Liebe, gelbe für Fröhlichkeit und weiße für Reinheit oder einen Neuanfang.

Ob im Garten, auf dem Balkon oder als frischer Blumenstrauß auf dem Tisch – Tulpen bringen Farbe, Leichtigkeit und Frühlingsstimmung in unseren Alltag. Vielleicht liegt gerade darin ihr besonderer Zauber: Sie erinnern uns daran, dass nach jedem Winter wieder eine Zeit des Aufblühens kommt.




Anne Seltmann 29.05.2026, 07.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 65


Ich erinnere mich an diese Katze, die früher jeden Nachmittag gegen vier Uhr auftauchte.
Niemand wusste so genau, wem die kleine getigerte Katze eigentlich gehörte. Die einen behaupteten, sie käme vom roten Haus am Ende der Straße, andere meinten, sie habe sich längst selbst adoptiert und betrachte die ganze Nachbarschaft als persönliches Königreich.

An warmen Tagen legte sie sich bevorzugt dorthin, wo die Kinder mit Kreide malten.
Mitten in Sonnen, Regenbögen oder krummen Hüpfkästchen.

Die Kinder fanden das großartig.
„Nicht bewegen!, riefen sie dann immer, als wäre die Katze ein seltenes Kunstwerk, das plötzlich beschlossen hatte, Teil des Bildes zu werden.

Und tatsächlich sah es oft so aus, als hätte jemand sie extra dort platziert—halb im Licht, halb im Schatten, die Pfoten ausgestreckt, völlig unbeeindruckt vom Trubel der Welt.

Einmal malte ein kleines Mädchen einen großen bunten Kreis um sie herum und schrieb mit krakeligen Buchstaben daneben:
„Hier schläft die Sommerkatze.

Niemand wischte das Bild weg.

Selbst als am Abend ein kurzer Regen kam, blieb ein blasser Rest der Kreide noch tagelang sichtbar.
Und die Katze?
Die erschien am nächsten Nachmittag wieder, rollte sich genau an dieselbe Stelle und schlief weiter, als hätte sie einen festen Termin mit dem Sommer.






Anne Seltmann 27.05.2026, 06.50 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Dem Genuss auf der Spur








Kürzlich bin ich dem *Dr.Oetcker Club beigetreten, genauer gesagt dem Back-Club. 

Als kleinen Willkommensgruß gab es praktische Clips zum Verschließen angebrochener Tütchen wie Vanillezucker, Backin oder Tortenguss- und zusätzlich Tortenguss mit Erdbeergeschmack. Das musste natürlich direkt ausprobiert werden. Also habe ich gestern einen  Erdbeerkuchen  mit Vanillepudding gebacken.
Zuerst kam der Tortenboden in den Ofen, danach wurde der Vanillepudding gekocht und die Erdbeeren vorbereitet. Zum Schluss wurde der Erdbeerguss angerührt und vorsichtig über die Früchte gegeben.

Besonders lecker schmeckt der Kuchen gut gekühlt aus dem Kühlschrank—herrlich frisch und perfekt für warme Tage!


Ich persönlich würde diesen Tortenguss nicht kaufen, da er leicht nach Wackelpudding schmeckte. Ich will schließlich den reinen Erdbeergeschmack!



[* Namensnennung und Verlinkung...unbeauftragt und unbezahlt]



Anne Seltmann 27.05.2026, 06.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Montagsherz N° 660





Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben.
Nicht die berühmten Orte, nicht die perfekt geplanten Ausflüge und auch nicht die Fotos, die später in Alben landen.

Manchmal ist es einfach nur ein kleines Herz.

Gefunden habe ich es in unserer Ferienwohnung in Murnau am Staffelsee. Ganz unspektakulär eigentlich—und gerade deshalb so besonders. Zwischen all den stillen Momenten eines Urlaubs, zwischen Kaffeeduft am Morgen, dem Blick auf die Berge und diesem langsamen Dahinfließen der Tage, lag dieses kleine Symbol der Herzlichkeit.

Murnau selbst fühlte sich ohnehin an wie ein Ort zum Durchatmen. Der Staffelsee mit seinem ruhigen Wasser, die Wolken über den Bergen, das Licht am Abend—alles dort schien ein wenig sanfter zu sein als anderswo. Fast so, als würde die Gegend den Menschen heimlich zuflüstern, dass nicht immer alles laut und hektisch sein muss.

Und vielleicht passte genau deshalb dieses Herz so gut dorthin.

Es erinnerte mich daran, wie sehr die kleinen Dinge einen Ort prägen können. Nicht Luxus macht eine Unterkunft gemütlich. Nicht perfekte Möbel oder sterile Dekoration. Sondern diese winzigen Details, in denen jemand ein bisschen Wärme hinterlassen hat.

Ein Herz auf einem Tisch.
Ein liebevoll hingestelltes Detail.
Ein stilles Willkommen.

Vielleicht nehme ich genau deshalb von Reisen oft weniger die großen Attraktionen mit nach Hause als vielmehr Gefühle. Das Licht eines Morgens. Das Knarren eines alten Bodens. Das Geräusch von Regen am Fenster. Oder eben ein kleines Herz in einer Ferienwohnung am Staffelsee.

Und manchmal reicht genau das schon aus, damit ein Ort noch lange im Herzen bleibt.








Anne Seltmann 25.05.2026, 01.00 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL