Tag: Großsegler


Wenn Farben schweigen, beginnt das Licht zu erzählen
Manchmal braucht ein Bild keine Farben. Im Gegenteil: Es gibt Motive, die in Schwarz-Weiß eine ganz besondere, beinahe magische Wirkung entfalten. Sie erscheinen eindringlicher, geheimnisvoller und manchmal sogar ehrlicher als ihre farbigen Gegenstücke.
Aber warum ist das so?
Schwarz-Weiß lenkt unseren Blick auf das Wesentliche. Ohne die Ablenkung durch bunte Farben nehmen wir Formen, Linien, Strukturen und Kontraste viel bewusster wahr.
Natürlich ist nicht jedes Motiv in Schwarz-Weiß eindrucksvoller. Manchmal sind es gerade die Farben, die eine Stimmung tragen oder einem Bild seine Seele geben. Doch wenn Farbe nicht mehr gebraucht wird, um etwas zu erklären, entsteht Raum für eine andere Art des Sehens.
Vielleicht ist es genau das, was mich an der Schwarz-Weiß-Fotografie so fasziniert: Sie nimmt uns nichts weg, sondern schenkt uns einen neuen Blick. Sie reduziert die Welt auf Licht, Schatten und Gefühl – und lässt uns dadurch manchmal mehr erkennen, als wir zuvor gesehen haben.
Marius...
Anne Seltmann 22.10.2026, 07.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Begegnung mit der Loth Loriën – Eine Schönheit unter Segeln
Es gibt diese Momente während der Windjammerparade, in denen der Blick plötzlich an einem Schiff hängen bleibt. Zwischen all den imposanten Großseglern entdeckte ich die "Loth Loriën" – elegant, stolz und mit einer Ausstrahlung, die sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Schon ihr Name weckt Erinnerungen an geheimnisvolle Wälder und magische Welten. Tatsächlich stammt der Name "Loth Loriën"aus J. R. R. Tolkiens Fantasiewelt und steht für einen Ort voller Schönheit und Ruhe. Ein passender Name für ein Schiff, das so anmutig über die Ostsee gleitet.
Dabei begann ihre Geschichte alles andere als märchenhaft. Gebaut wurde sie bereits "1907" im norwegischen Bergen – damals noch als Heringslogger unter dem Namen "Njørd". Jahrzehntelang verrichtete sie harte Arbeit auf See, bevor sie Ende der 1980er-Jahre in den Niederlanden liebevoll restauriert und Schritt für Schritt zu dem beeindruckenden Dreimastsegler umgebaut wurde, der sie heute ist. Seit 2009 fährt sie als elegante Barkentine unter niederländischer Flagge.
Mit ihren weißen Segeln und den drei Masten wirkt die "Loth Loriën" fast schwerelos. Während sie im Verband der Windjammer über die Kieler Förde zog, schien sie den Wind nicht zu nutzen, sondern mit ihm zu tanzen. Genau diese Leichtigkeit macht den Zauber solcher historischen Segelschiffe aus.
Wer möchte, kann auf der "Loth Loriën"sogar selbst mitsegeln. Das Schiff bietet Platz für Tagesgäste und längere Segeltörns, bei denen Mitsegler auf Wunsch auch aktiv beim Segeln mithelfen können.
Für mich war die Begegnung mit der "Loth Loriën" einer dieser kleinen Höhepunkte der Windjammerparade. Zwischen Himmel, Wasser und Wind erinnerte sie daran, dass manche Schiffe weit mehr sind als nur historische Zeitzeugen. Sie erzählen Geschichten von vergangenen Zeiten, von harter Arbeit auf See, von Leidenschaft und von Menschen, die alten Schiffen neues Leben schenken.
Vielleicht ist genau das das Schönste an der Windjammerparade: Hinter jedem Schiff verbirgt sich eine eigene Geschichte. Man muss nur genau hinsehen – und sich einen Moment Zeit nehmen, sie zu entdecken.
Anne Seltmann 03.08.2026, 10.17 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL