Tag: Mittwoch

Heute zeige ich wieder einmal ein KI generiertes Bild zum >> Maritimen Mittwoch << von Angela!
Dazu möchte ich einmal folgendes erklären:
Ich habe die KI entdeckt, weil sie für mich ein stiller Ort ist, an dem ich mich ausprobieren darf. Kein Druck, kein "richtig“ oder "falsch". Nur Neugier, Bilder, Ideen - und ich.
Ich experimentiere, spiele, verändere. Manchmal wird etwas Schönes daraus, manchmal etwas Seltsames - aber immer zeigt es mir ein Stück von mir selbst.
KI ist für mich kein Ersatz für Kreativität. Sie ist mehr wie eine Begleiterin: Sie öffnet Türen, auf die ich allein vielleicht nie gestoßen wäre. Und doch bleibt mein Blick, mein Gefühl, meine Handschrift darin.
Ich bin künstlerisch veranlagt - schon immer habe ich gern gestaltet, beobachtet, zusammengefügt. Mit KI darf ich das ohne Grenzen tun: ohne Material, ohne Atelier, einfach mit meiner Fantasie.
Und vielleicht liebe ich genau das daran: dass ich spielen darf wie ein Kind, und gleichzeitig staunen kann wie ein Erwachsener, der merkt - dass Kunst immer wieder neu beginnt.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 07.01.2026, 06.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL


das boot
liegt am strand
die planken müde
vom salz und wind
kein mensch
kein laut
nur das weiche
rauschen der see
ich gehe näher
die einsamkeit
legt sich wie ein tuch
über meine schultern
ein moment
der bleibt
zwischen land und wasser
zwischen gehen
und ankommen
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 31.12.2025, 07.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Klön & Krümel
Am frühen Morgen stand die kleine blaue Hütte "Klön & Krümel" still am Strand, nur Mathilda war drinnen – die Einzige, die Zutritt hatte. Die Möwen, scheinbar gut informiert, landeten schon am Fenster und begutachteten kritisch jede Bewegung der Besitzerin. Kaum hatte Mathilda die erste Tasse Kaffee durch das Fenster gereicht, stürzten sich zwei besonders freche Möwen auf die Serviette mit einem Keks, dass Mathilda nur noch lachen konnte.
"Na gut, ihr Nasenbären, aber nur einen Keks pro Runde!", rief sie durch das Fenster, und die Möwen kreischten empört, als hätten sie sie nicht verstanden. Die Kunden draußen lachten, hielten ihre Tassen fest in den Händen und zwangen die Möwen zu einer respektvollen Distanz – zumindest für eine Minute.
Jeder neue Besucher wurde von den Vögeln beäugt wie von kleinen Kontrolleurinnen, die prüften, ob der Kaffee und die Kuchenstücke auch richtig verteilt wurden. Mathilda balancierte Tassen, Löffel und Kekse mit erstaunlicher Gelassenheit, während die Möwen versuchten, jeden unbeobachteten Moment für einen kleinen Raub zu nutzen.
So verging der Vormittag: Lachen, kreischende Möwen, warme Tassen Kaffee, ein paar gestohlene Kekse – und ein Strand, an dem alle draußen standen, den Wind spürten, das Meer hörten und die kleine, freche Magie von "Klön & Krümel" genossen. Mathilda hinter der Theke war die ruhige Königin dieses Chaos, die Einzige, die alles unter Kontrolle hatte – zumindest bis zur nächsten Möwenattacke.
Anne Seltmann 17.12.2025, 07.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL


ich träume mich an den strand,
nicht in postkartenfarben,
sondern in diese leise fläche,
die von weite spricht,
ohne ein wort zu kennen.
das meer nimmt meine gedanken auf,
wie ein archiv der dinge,
die nie gesagt wurden.
es lässt sie treiben,
knapp unter der oberfläche,
wo sie nicht entscheiden müssen
zwischen sinken und schweben.
ich träume mich an den strand,
wo jede welle ein versuch ist,
neu zu beginnen,
wo das salz sich mischt
mit dem, was ich festhalte
und dem, was ich endlich loslasse.
vielleicht bin ich nicht angekommen.
vielleicht reicht es,
in der bewegung zu bleiben,
dorthin zu träumen,
wo das meer spricht:
wirf dich hinein.
ich trag dich eine weile.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 26.11.2025, 08.38 | (7/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wenn man nach Eckernförde (unweit von mir entfernt) kommt, fühlt es sich ein bisschen an, als würde die Zeit einen Gang zurückschalten. Diese kleine Stadt an der Ostsee hat etwas Unaufgeregtes, Echtes – nichts wirkt gestellt, nichts glänzt zu sehr. Vielleicht liegt es an dem sanften Rauschen der Förde, vielleicht an den Möwen, die sich lautstark über den Booten am Hafen streiten, während man mit einem Kaffee in der Hand einfach dasteht und zusieht.
Ich mag besonders die Altstadt. Sie ist überschaubar, aber voller Leben. Zwischen den alten Backsteinfassaden duftet es nach frischem Gebäck, Fischbrötchen und ein bisschen nach Salzluft. Manchmal spielt jemand Straßenmusik, manchmal ist es einfach nur still – aber nie leer. Die kleinen Läden und Cafés wirken so, als gehörten sie schon immer hierher. Und vielleicht tun sie das auch.

Am Hafen spürt man Eckernförde am deutlichsten. Fischerboote, Segler, Möwen und Touristen mischen sich zu einem angenehmen Durcheinander. Es gibt Menschen, die schwören, nirgends schmeckt der Fisch so frisch wie hier direkt vom Kutter – und sie haben recht. Ich stand da, mit fettigen Fingern und einem Lächeln, während die Sonne langsam über dem Wasser hing.
Nur wenige Schritte weiter liegt der Strand. Fein, weit, friedlich. Kein überfülltes Postkartenmotiv, sondern einfach ein Stück Ostsee zum Durchatmen. Man kann Muscheln sammeln, in die Ferne schauen oder einfach den Wind im Gesicht spüren – und wenn man Glück hat, zieht ein Segelboot vorbei, so ruhig, als hätte es ewig Zeit.

Eckernförde ist keine Stadt, die laut um Aufmerksamkeit bittet. Sie flüstert – in den Wellen, im Knarren der Holzstege, in den schmalen Gassen. Und genau das macht sie so schön.
Vielleicht ist das ihr Geheimnis: Eckernförde will nichts sein, es **ist** einfach. Und das reicht völlig.

Anne Seltmann 12.11.2025, 10.22 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


meerweite
ich stehe
wo das wasser beginnt
und alles andere aufhört
die weite ist kein ort
sie ist ein denken in blau
ein vergessen der richtung
möwen kreisen
als wüssten sie
dass auch kreise
endlich sind
das meer trägt
und nimmt
im selben moment
ich bleibe
im wind
unentschieden
zwischen schritt
und schweben
~*~
© Anne Seltmann


Anne Seltmann 08.10.2025, 08.46 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


das wasser hält den himmel
wie eine zweite haut,
spiegel und widerspruch zugleich.
ein segel, weiß,
durchschneidet das leuchten,
hält das gleichgewicht
zwischen stille und weggehen.
kein ufer ruft,
kein horizont verspricht,
nur dieser atem aus licht,
der alles trägt,
und die hand, unsichtbar,
die dich weiterführt.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 17.09.2025, 10.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Segel
Sie atmen Wind,
flüstern leise Geschichten,
tragen Sehnsucht auf leichten Schultern,
tanzen zwischen Himmel und Wasser.
Ein Riss im Blau,
gewebt aus Hoffnung und Freiheit,
jede Falte ein Versprechen,
jeder Zug ein Lied der Ferne.
Segel sind Worte,
die das Meer versteht,
und der Himmel beantwortet
mit einem stillen Kuss.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 13.08.2025, 06.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es war ein See, wie ihn nur Träume kennen: weich wie Seide, so still, dass jeder Laut verschluckt wurde, bevor er geboren war. Darauf schwamm ein kleines Boot, gefaltet aus Papier, zart und doch unerschütterlich. Darin saß ein Junge, barfuß, das Gesicht zum Himmel gewandt, als würde er auf ein Geheimnis warten, das nur für ihn bestimmt war.
Und dann kamen sie. Kraniche, Hunderte von ihnen, gefaltet aus den feinsten Geschichten der Welt. Sie flatterten herab wie lebendige Gedanken, trugen ein Flüstern in den Flügeln, das klang wie Hoffnung, wie ein Versprechen, das man nicht greifen konnte, aber spürte. Einer landete fast auf seiner Schulter, zögerte, und flog dann weiter, als hätte er nur prüfen wollen, ob der Junge wirklich da war.
Das Boot glitt weiter, ohne Ruder, ohne Kurs, getragen von etwas, das größer war als Wasser und Wind.
Anne Seltmann 06.08.2025, 11.11 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL