Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Natur

Marius Nature Thursday 2026 N° 13




Yellow Day – Wenn Südkorea gelbe Rosen verschenkt

Während bei uns viele Menschen den 14. Februar mit roten Rosen und Valentinstagen verbinden, gibt es in Südkorea einen ganz eigenen Tag voller Farbe, Symbolik und leiser Melancholie: den Yellow Day—auf Koreanisch oft auch mit dem Rosentag verbunden.

Am 14. Mai schenken sich vor allem Singles gelbe Rosen oder tragen Gelb, um ihre Hoffnung auf Liebe, Glück und neue Begegnungen auszudrücken. Die Farbe Gelb steht dabei nicht nur für Frühling, Wärme und Sonne, sondern auch für Optimismus und einen kleinen Neuanfang des Herzens.

Südkorea hat ohnehin eine ganze Reihe besonderer „Liebestage, die jeweils am 14. eines Monats gefeiert werden. Manche davon sind romantisch, manche verspielt, manche ein wenig traurig. Der Yellow Day gehört zu den stilleren Traditionen.

Oft treffen sich an diesem Tag Freunde, essen gemeinsam Currygerichte—ebenfalls passend zur Farbe Gelb—oder verschenken gelbe Blumen. Dahinter steckt die charmante Idee, Einsamkeit nicht zu verstecken, sondern gemeinsam mit etwas Farbe und Humor zu begegnen.

Und irgendwie hat dieser Tag etwas sehr Schönes.
Keine übergroßen Liebesgesten.
Kein kitschiges Feuerwerk.
Sondern ein kleiner gelber Gruß gegen graue Gedanken.








Anne Seltmann 14.05.2026, 14.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 12




[Aus dem Archiv]




die pusteblume
hält ihre zerbrechlichkeit
offen

kein festhalten
nur fäden
die sich erinnern
wie leicht etwas wird

an jeder spitze
ein tropfen

als hätte der morgen
sich verfangen

sie wartet nicht
auf wind

sie ist schon
im gehen

nur noch
nicht ganz

und du
siehst ihr zu
wie etwas bleibt
indem es sich löst


~*~

© Anne Seltmann











Anne Seltmann 23.04.2026, 05.55 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 05





Inspiriert durch >> Kreasoli << , musste ich einmal ins Archiv greifen, um euch meine Pfingstrose zu zeigen.

Die Pfingstrose ist eine Blume, die sich Zeit lässt – und genau darin liegt ihr Zauber.
Wo andere Pflanzen schnell kommen und gehen, baut sie Spannung auf: feste Knospen, die wirken, als würden sie ein Geheimnis hüten. Und dann, fast über Nacht, öffnet sie sich in eine üppige, duftende Blüte, so weich und vielschichtig, dass sie eher wie ein Versprechen wirkt als wie eine Pflanze.

Ihre Farben reichen von zartem Weiß über pudriges Rosa bis hin zu kräftigem Purpur. Oft wirkt sie ein wenig verschwenderisch – als hätte sie beschlossen, Schönheit nicht sparsam, sondern großzügig zu verteilen.

Dann habe ich mich auf die Suche begeben, um zu sehen, woher der Name eigentlich kommt. Ich muss das immer wissen.

Der Name Pfingstrose hat einen ganz einfachen, fast bodenständigen Ursprung:
Sie blüht rund um das christliche Fest Pfingsten – meist im späten Frühling bis Frühsommer. So wurde sie im Volksmund zur „Rose von Pfingsten, obwohl sie botanisch gar keine Rose ist, sondern zur Gattung Paeonia gehört.

Hinter ihrem wissenschaftlichen Namen steckt jedoch eine alte Geschichte:
In der griechischen Mythologie war Paeon ein Schüler des Heilgottes Asklepios. Paeon heilte mit einer Pflanze, die so wirksam war, dass sie den Neid seines Lehrers erregte. Um ihn zu schützen, verwandelten die Götter ihn in eben diese Blume – die Pfingstrose.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Fülle und Flüchtigkeit, die die Pfingstrose so besonders macht.
Sie blüht nicht lange – aber intensiv.
Und gerade weil sie sich nicht festhalten lässt, wird jeder Moment mit ihr kostbar.

In Gärten steht sie oft für Liebe, Glück und Reichtum – in manchen Kulturen sogar für ein gutes, erfülltes Leben.
Und wer einmal eine Pfingstrose beim Aufblühen beobachtet hat, versteht schnell, warum.







Anne Seltmann 17.04.2026, 06.51 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 04



[Archivbild]




Zwischen Farbe und Wind

 

zwischen den stängeln

die sich nicht entscheiden

ob sie stehen oder fließen


ein atmen aus farbe

das keiner ordnet

 

rosa tastet sich an orange vorbei

blau behauptet nichts

gelb fällt einfach ins licht

 

du siehst:

wie alles gleichzeitig geschieht

und nichts darauf wartet

benannt zu werden

 

die wiese—kein ort

eher ein geschehen

 

hier

verliert sogar der wind

kurz die richtung

und bleibt

 

in einem blütenrand hängen

 

als hätte jemand

für einen moment

 

die welt nicht erklärt

sondern

offen gelassen

~*~


© Anne Seltmann











Anne Seltmann 10.04.2026, 09.19 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 11





sie stehen nicht lange

und doch stehen sie

als hätten sie zeit

 

ein rund

aus weiß

so leicht

dass es fast schon

verschwindet

im sehen

 

man könnte glauben

sie warten

 

aber worauf

 

nicht auf uns

nicht auf das bleiben

 

eher

auf ein lösen

 

der wind kommt

ohne sich anzukündigen

 

streift nur

und schon beginnt es

 

kein plötzlich

kein bruch

 

mehr ein nachgeben

 

ein samen

dann noch einer

 

als würde sich etwas erinnern

dass es nie gehalten war

 

sie gehen

nicht weg

 

sie verteilen sich

 

in richtungen

die niemand benennt

 

und das feld

verändert sich

ohne sich zu bewegen

 

es wird leerer

und gleichzeitig weiter

 

man steht davor

und versteht es nicht ganz

 

dieses

fast

 

dieses

gleich nicht mehr

 

und doch

 

bleibt etwas

 

nicht sichtbar

nicht greifbar

 

eher ein wissen

 

dass nichts

dafür gemacht ist

zu bleiben

 

und dass genau darin

 

eine form

von leichtigkeit liegt


~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 09.04.2026, 05.58 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 10








Die Gräser im Wind

 

sie sagen nichts
und trotzdem
antworten sie

auf jeden schritt der luft

ein neigen
ein kaum sichtbares
zurück

als würde etwas
durch sie hindurchgehen
das niemand halten kann

 

der boden bleibt still
der himmel auch

 

nur dazwischen
geschieht etwas

 

so klein
dass man es fast übersieht

und doch bewegt sich alles

 ~*~

© Anne Seltmann











Anne Seltmann 19.03.2026, 06.54 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 09







zwischen mauern

ein kaum sichtbarer spalt

 

lange
war dort
nur schatten

 

staub
ein wenig wind
manchmal regen

 

dann

eines morgens

ein grüner gedanke

 

der sich
durch den engen riss
nach oben tastet

 

zögernd
aber unbeirrbar

 

als wüsste er
dass selbst mauern
nicht ewig sind

 

und plötzlich

mitten im grau

steht er da

ein löwenzahn

 

leuchtet

als hätte jemand
eine kleine sonne
im stein vergessen

~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 12.03.2026, 13.29 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

MosaicMonday 2026 N° 05



Das Wochenblatt – ein nicht mehr aktives Naturprojekt von >> Jutta <<

Der Name „Wochenblatt ließ zunächst an eine Zeitung denken. Doch das Projekt von Jutta hatte mit einer gedruckten Wochenzeitung nichts zu tun. Ihr Wochenblatt bestand nicht aus Papier und Druckerschwärze, sondern aus echten Blättern aus der Natur.

Jutta sammelte jede Woche ein Blatt auf ihren Spaziergängen. Es konnten Blätter von Bäumen, Sträuchern oder anderen Pflanzen sein, die ihr gerade ins Auge fielen. Jedes dieser Blätter erzählte seine eigene kleine Geschichte: von der Jahreszeit, vom Wetter oder von dem Ort, an dem es gefunden wurde.

So entstand Woche für Woche ein ganz besonderes „Wochenblatt. Statt Nachrichten aus Politik oder Weltgeschehen zeigte es Veränderungen in der Natur. Mal war ein Blatt frisch und leuchtend grün, mal begann es sich zu verfärben, und später im Jahr fanden sich vielleicht trockene, raschelnde Herbstblätter.

Das Projekt lud dazu ein, genauer hinzuschauen und die kleinen Veränderungen in der Natur wahrzunehmen. Ein einziges Blatt pro Woche reichte aus, um zu sehen, wie sich die Jahreszeiten langsam wandelten.

Juttas Wochenblatt war damit eine schöne Erinnerung daran, dass die Natur ihre eigenen Geschichten schrieb – man musste nur aufmerksam genug sein, sie zu entdecken.







Anne Seltmann 09.03.2026, 07.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 03






Die kleine Magie schöner Blumensträuße

 

Ein schöner Blumenstrauß ist mehr als nur eine Sammlung von Blumen – er ist ein kleines Stück Freude. Schon beim ersten Blick entsteht dieses Gefühl von Frische, Farbe und Leben. Ein Strauß kann einen Raum verändern, ihn freundlicher, wärmer und irgendwie lebendiger machen.

Besonders charmant sind Sträuße, die nicht perfekt geschniegelt wirken. Wild gemischt, mit unterschiedlichen Höhen, Farben und Formen, erzählen sie fast eine kleine Geschichte. Zarte Blüten neben kräftigen Farben, vielleicht ein paar grüne Zweige dazwischen – genau diese Mischung macht ihren Reiz aus.

Blumensträuße begleiten uns durch viele Momente: als Geschenk, als Dankeschön oder einfach, um sich selbst eine Freude zu machen. Manchmal reicht schon eine Vase auf dem Tisch, um den Tag ein bisschen heller wirken zu lassen.

Vielleicht ist genau das ihr Geheimnis: Blumen erinnern uns daran, die kleinen, schönen Dinge im Alltag wahrzunehmen.





Anne Seltmann 06.03.2026, 06.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 08






Heute Morgen habe ich in meinem Fotoarchiv gewuselt, um Bilder für Marius Naturdonnerstag zu suchen. Dabei bin ich über Aufnahmen gestolpert, die mich sofort zurückversetzt haben. Fotografiert im Jahr 2005. (Handybilder) Mein Gott, ist das lange her, als wir dort Urlaub machten. Genauer gesagt in Spindler Mühle, von wo aus wir einige Touren unternommen haben. In diesem Fall führte uns der Weg in die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt.





Schon beim erneuten Betrachten der Bilder spüre ich wieder diese besondere Atmosphäre. Manche Orte verlieren auch nach Jahren nichts von ihrer Wirkung. Die hohen Sandsteinfelsen ragen wie natürliche Kathedralen empor, Wege schlängeln sich durch schmale Spalten, und das Licht fällt gefiltert zwischen den Felswänden hindurch.

Mich faszinieren dort vor allem die Details: Strukturen im Gestein, weiche Moospolster, kleine Pflanzen, die sich ihren Platz zwischen Stein und Schatten erobern. Es ist dieses Zusammenspiel aus Enge und Weite, aus rauer Oberfläche und zartem Grün, das mich damals wie heute berührt.





Das Gestein erzählt von Zeit – von unzähligen Jahren, die es geformt haben. Beim Durchsehen der alten Aufnahmen merke ich, wie sehr mich solche Landschaften geprägt haben. Vielleicht war es einer dieser Orte, an denen ich begonnen habe, bewusster hinzusehen.

Die Felsenstadt war kein lautes Ausflugsziel. Sie wirkte still und gleichzeitig monumental. Jeder Schritt eröffnete neue Perspektiven, neue Blickwinkel, neue Kompositionen. Und während ich heute durch mein Archiv blättere, wird mir bewusst, wie wertvoll solche fotografischen Erinnerungen sind.

Manche Bilder sind mehr als Dokumente. Sie sind kleine Zeitkapseln. Und die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt bleibt für mich ein Ort aus Stein, Licht und Erinnerung – kraftvoll, still und zeitlos.









Anne Seltmann 05.03.2026, 09.46 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL