Ausgewählter Beitrag

651.Welche Idee musst du irgendwann noch aufgreifen?
Oh, ich habe so viele Ideen, dass ich sie gar nicht sortieren kann.
652. Wie würdest du dein Leben mit drei Stichwörtern beschreiben?
Staunen
Ich entdecke immer wieder neue Geschichten in kleinen Dingen – in Libellen, Wolken, alten Wörtern, Gedichten, Landschaften oder einem einzelnen Bild. Ich halte Ausschau nach dem Besonderen im Alltäglichen und bleibe neugierig auf die Welt.
Kreativität
Mit Bildern, KI-Kunst, Gedichten, Bildtiteln, Kalenderprojekten und kleinen Geschichten erschaffe ich fortwährend neue Ideen und Welten. Für mich beginnt Kreativität oft dort, wo andere nur einen gewöhnlichen Moment sehen.
Verbundenheit
Ich fühle mich verbunden mit meiner Familie, meinen Enkeln, den Menschen in meinen Gruppen, der Natur und den leisen Augenblicken des Lebens. Diese Verbundenheit findet immer wieder ihren Weg in meine Bilder, Gedanken und Texte.
653.Was ist das Beste am Erwachsensein?
Das Beste am Erwachsensein ist vielleicht, dass ich mir das Kindliche bewahren darf – und gleichzeitig die Gelassenheit gewonnen habe, nicht mehr jedem Trend, jeder Meinung und jedem Sturm hinterherlaufen zu müssen.
651.Bist du ein Kämpfertyp?
Ja, ich glaube, das bin ich. Allerdings nicht auf die laute Art. Ich kämpfe nicht mit erhobenen Fäusten und ich muss nicht jeden Streit gewinnen. Meine Stärke liegt eher darin, dass ich weitermache, auch wenn etwas schwierig wird. Ich falle hin wie jeder andere auch. Ich zweifle, ich hadere, ich verliere manchmal den Mut. Aber ich stehe wieder auf, richte mein Krönchen und gehe weiter.
652.Wie viel Fantasie hast du?
Ich glaube, meine Fantasie ist einer meiner treuesten Begleiter. Ich sehe selten nur das, was vor mir liegt. In meinem Kopf werden aus Bildern Geschichten, aus Wörtern kleine Abenteuer und aus einem einzigen Gedanken manchmal ganze Welten. Ich staune gern über die kleinen Dinge und frage mich oft, welche Geschichte sich dahinter verbergen könnte. Vielleicht ist Fantasie für mich nicht nur etwas, das ich habe, sondern etwas, mit dem ich die Welt betrachte. Ich sammle Bilder, Worte, Farben und Eindrücke. Ich spinne Gedanken weiter. Ich erfinde Verbindungen, wo andere nur Einzelheiten sehen. Manchmal genügt ein Wort, ein Foto oder ein Lichtschein auf einer Wiese, und schon beginnt in meinem Kopf eine neue Geschichte.
Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich diese Fähigkeit niemals verlieren. Denn sie macht die Welt größer, bunter und ein kleines bisschen wundersamer.
653.Könnten sich Menschen ändern?
Ja, ich glaube, Menschen können sich ändern. Nicht über Nacht. Nicht auf Knopfdruck. Und oft auch nicht so grundlegend, wie wir es uns wünschen. Aber sie können lernen, wachsen und neue Wege einschlagen. Ich habe erlebt, dass Erfahrungen Menschen verändern. Freude. Verlust. Liebe. Enttäuschungen. Manchmal genügt eine einzige Begegnung, manchmal braucht es Jahre. Dennoch glaube ich, dass ein Kern in uns bleibt. Unsere Persönlichkeit, unsere Sehnsüchte, unsere Art, die Welt zu sehen – vieles davon begleitet uns ein Leben lang. Was sich verändert, ist oft der Umgang damit. Ein ungeduldiger Mensch wird vielleicht nie die Ruhe selbst werden, aber er kann lernen, geduldiger zu sein. Ein ängstlicher Mensch wird die Angst vielleicht nie ganz verlieren, aber er kann lernen, sich von ihr nicht mehr beherrschen zu lassen. Veränderung bedeutet für mich deshalb nicht, jemand anderes zu werden. Sie bedeutet, mehr zu dem Menschen zu werden, der man sein möchte. Und manchmal ist die größte Veränderung gar nicht, dass wir uns neu erfinden, sondern dass wir lernen, uns selbst besser zu verstehen.
654.Versuchst du, ein Problem zuerst selbst zu lösen?
Ja, meistens tue ich das.
Ich bin von Natur aus neugierig und lösungsorientiert. Wenn ein Problem auftaucht, versuche ich zunächst zu verstehen, woran es liegt und welche Möglichkeiten es gibt, damit umzugehen. Ich denke nach, recherchiere, probiere aus und suche nach eigenen Wegen.
Dabei geht es mir nicht unbedingt darum, alles allein schaffen zu müssen. Vielmehr möchte ich zunächst selbst einen Zugang finden und mir ein eigenes Bild machen. Manchmal stoße ich dabei an Grenzen. Dann bin ich durchaus bereit, andere um Rat zu fragen oder Hilfe anzunehmen. Aber mein erster Impuls ist meist, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
655.Was hättest du gern zehn Jahre früher gewusst?
Ich hätte gern früher gewusst, dass nicht alles perfekt werden muss, um gut zu sein.
Dass manche Umwege keine verlorene Zeit sind, sondern Wege, auf denen ich etwas über mich selbst lerne.
Was wird dein nächstes Projekt?
Wenn ich ehrlich bin, weiß ich das oft selbst nicht. Irgendwo wartet bestimmt schon die nächste Idee auf mich. Vielleicht versteckt sie sich in einer Wolke, in einem ungewöhnlichen Wort, in einer Libelle am Teich oder in einem Bild, das mehr erzählen möchte, als es auf den ersten Blick zeigt. Vielleicht wird es ein neuer Bildband, eine Kalenderidee, eine Gedichtreihe oder die Lebensgeschichte einer weiteren schrägen Persönlichkeit aus meiner Fantasiewelt. Erfahrungsgemäß genügt ein einziger Gedanke, und plötzlich sitze ich mittendrin.
Was ich allerdings ziemlich sicher weiß: Es wird etwas mit Geschichten zu tun haben. Mit Bildern. Mit Staunen. Mit Fantasie. Und wahrscheinlich mit einer gehörigen Portion Fernweh.
Denn Projekte suche ich selten gezielt. Meist finden sie mich.
Sie klopfen leise an, setzen sich in eine Ecke meines Kopfes und weigern sich hartnäckig, wieder zu verschwinden.
Und ehe ich mich versehe, bin ich schon wieder unterwegs – auf dem Weg zu einer neuen Idee.
656.Machst du häufig mehrere Dinge gleichzeitig?
Ja, das tue ich tatsächlich.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass in meinem Kopf mehrere Schubladen gleichzeitig geöffnet sind. Während ich an einem Projekt arbeite, denkt ein Teil von mir schon über das nächste nach. Während ein Bild entsteht, wartet vielleicht bereits ein Gedicht auf seine Worte, und irgendwo dazwischen schleicht sich eine neue Kalenderidee ein.
Ich mag es, verschiedene Dinge parallel zu verfolgen. Nicht, weil ich unruhig bin, sondern weil mich vieles interessiert und meine Gedanken oft schneller unterwegs sind als mein Terminkalender.
Natürlich führt das gelegentlich dazu, dass auf meinem Schreibtisch, in meinen Notizen oder in meinem Kopf mehrere Baustellen gleichzeitig existieren. Doch erstaunlicherweise finde ich meistens wieder zurück zu dem Faden, den ich gerade brauche.
Für mich gehören Kreativität und Vielseitigkeit zusammen. Ideen halten sich selten an feste Zeiten. Sie tauchen auf, wenn sie möchten, und ich habe gelernt, ihnen die Tür zu öffnen, auch wenn gerade schon andere Gedanken zu Besuch sind.
Deshalb lautet die ehrliche Antwort: Ja, ich mache häufig mehrere Dinge gleichzeitig. Und meistens entstehen gerade aus diesem bunten Durcheinander die schönsten Ideen.
Anne Seltmann 10.06.2026, 15.28
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