Tag: Dandelion

Pusteblumen haben etwas Vergängliches – ein Hauch genügt,
und sie lösen sich auf.
Doch mit einem kleinen Trick lässt sich ihre zarte Schönheit bewahren.
Wird die feine Samenstruktur vorsichtig mit Wasser benetzt, legt sich die Leichtigkeit der einzelnen Schirmchen sanft an. Ein Hauch Haarspray fixiert anschließend dieses fragile Gefüge und hält die Form zusammen.
Das Pusten von Pusteblumen ist so ein kleines, unscheinbares Ritual – und doch steckt erstaunlich viel dahinter
Wenn wir die weißen, fluffigen Samenstände sehen, kommt fast automatisch der Impuls: pusten. Als Kinder machen wir es aus Spaß, als Erwachsene oft aus Gewohnheit – oder weil es etwas Beruhigendes hat.
Ganz praktisch:
Durch das Pusten lösen sich die Samen und werden vom Wind weitergetragen. Genau so sorgt die Pflanze dafür, dass sie sich verbreitet. Wir helfen also – ohne es zu merken – bei der „Reise der nächsten Generation.
Aber es ist auch mehr als das:
Pusteblumen pusten hat etwas Spielerisches. Für einen Moment wird alles leicht. Man hält kurz inne, atmet ein – und lässt los.
Und dann ist da noch die Symbolik:
Viele verbinden damit Wünsche. Einmal pusten, Augen schließen, und irgendwo fliegt ein kleiner Gedanke mit. Ob man daran glaubt oder nicht – es hat etwas Tröstliches.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir es tun:
Nicht nur, um Samen fliegen zu lassen –
sondern um für einen Moment selbst ein bisschen leichter zu werden .Anne Seltmann 03.05.2026, 14.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL


die pusteblume
hält ihre zerbrechlichkeit
offen
kein festhalten
nur fäden
die sich erinnern
wie leicht etwas wird
an jeder spitze
ein tropfen
als hätte der morgen
sich verfangen
sie wartet nicht
auf wind
sie ist schon
im gehen
nur noch
nicht ganz
und du
siehst ihr zu
wie etwas bleibt
indem es sich löst
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 23.04.2026, 05.55 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


sie stehen nicht lange
und doch stehen sie
als hätten sie zeit
ein rund
aus weiß
so leicht
dass es fast schon
verschwindet
im sehen
man könnte glauben
sie warten
aber worauf
nicht auf uns
nicht auf das bleiben
eher
auf ein lösen
der wind kommt
ohne sich anzukündigen
streift nur
und schon beginnt es
kein plötzlich
kein bruch
mehr ein nachgeben
ein samen
dann noch einer
als würde sich etwas erinnern
dass es nie gehalten war
sie gehen
nicht weg
sie verteilen sich
in richtungen
die niemand benennt
und das feld
verändert sich
ohne sich zu bewegen
es wird leerer
und gleichzeitig weiter
man steht davor
und versteht es nicht ganz
dieses
fast
dieses
gleich nicht mehr
und doch
bleibt etwas
nicht sichtbar
nicht greifbar
eher ein wissen
dass nichts
dafür gemacht ist
zu bleiben
und dass genau darin
eine form
von leichtigkeit liegt
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 09.04.2026, 05.58 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Pusteblumen
verwehen im Wind
Abschied
liegt im Blütenstaub
In der Ferne
liegt der Neubeginn
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 02.09.2024, 07.14 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 11.05.2018, 08.12 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL