
Begegnung mit der Loth Loriën – Eine Schönheit unter Segeln
Es gibt diese Momente während der Windjammerparade, in denen der Blick plötzlich an einem Schiff hängen bleibt. Zwischen all den imposanten Großseglern entdeckte ich die "Loth Loriën" – elegant, stolz und mit einer Ausstrahlung, die sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Schon ihr Name weckt Erinnerungen an geheimnisvolle Wälder und magische Welten. Tatsächlich stammt der Name "Loth Loriën"aus J. R. R. Tolkiens Fantasiewelt und steht für einen Ort voller Schönheit und Ruhe. Ein passender Name für ein Schiff, das so anmutig über die Ostsee gleitet.
Dabei begann ihre Geschichte alles andere als märchenhaft. Gebaut wurde sie bereits "1907" im norwegischen Bergen – damals noch als Heringslogger unter dem Namen "Njørd". Jahrzehntelang verrichtete sie harte Arbeit auf See, bevor sie Ende der 1980er-Jahre in den Niederlanden liebevoll restauriert und Schritt für Schritt zu dem beeindruckenden Dreimastsegler umgebaut wurde, der sie heute ist. Seit 2009 fährt sie als elegante Barkentine unter niederländischer Flagge.
Mit ihren weißen Segeln und den drei Masten wirkt die "Loth Loriën" fast schwerelos. Während sie im Verband der Windjammer über die Kieler Förde zog, schien sie den Wind nicht zu nutzen, sondern mit ihm zu tanzen. Genau diese Leichtigkeit macht den Zauber solcher historischen Segelschiffe aus.
Wer möchte, kann auf der "Loth Loriën"sogar selbst mitsegeln. Das Schiff bietet Platz für Tagesgäste und längere Segeltörns, bei denen Mitsegler auf Wunsch auch aktiv beim Segeln mithelfen können.
Für mich war die Begegnung mit der "Loth Loriën" einer dieser kleinen Höhepunkte der Windjammerparade. Zwischen Himmel, Wasser und Wind erinnerte sie daran, dass manche Schiffe weit mehr sind als nur historische Zeitzeugen. Sie erzählen Geschichten von vergangenen Zeiten, von harter Arbeit auf See, von Leidenschaft und von Menschen, die alten Schiffen neues Leben schenken.
Vielleicht ist genau das das Schönste an der Windjammerparade: Hinter jedem Schiff verbirgt sich eine eigene Geschichte. Man muss nur genau hinsehen – und sich einen Moment Zeit nehmen, sie zu entdecken.
Anne Seltmann 03.08.2026, 10.17| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Black an White August 2026, Black and White, Marius, Großsegler, maritim,

Der „Wir-schenken-uns-nichts-Tag
Im September hatte mein Lieblingsmensch Geburtstag. Nun muss man wissen: Wir gehören zu den Menschen, die sich nichts schenken.
Wirklich!
Jedes Jahr wird das feierlich beschlossen. "Dieses Mal schenken wir uns aber wirklich nichts."
Darauf können wir uns verlassen.
Fast.
Denn irgendwann beginnt es. "Ach, das ist ja nur eine Kleinigkeit."
"Komm, das zählt gar nicht."
"Das habe ich zufällig gesehen."
"Die Kerze gehört nicht zum Geschenk."
Und ehe man sich versieht, liegt da plötzlich ein liebevoll verpacktes Päckchen auf dem Tisch. Mit einer kleinen brennenden Kerze. Rein zufällig natürlich. Ich nenne diesen Tag inzwischen liebevoll den „Wir-schenken-uns-nichts-Tag.
Er findet jedes Jahr statt. Immer mit denselben Regeln. Und jedes Jahr hält sich niemand daran. Zum Glück. Denn eigentlich geht es gar nicht um das Geschenk. Es geht um dieses verschmitzte Grinsen, wenn der andere
sagt:
"Ich dachte, wir schenken uns nichts?"
Und die Antwort lautet:
"Das ist doch nichts."
Genau.
Ein bisschen Papier.
Ein Schleifchen.
Eine Kerze.
Und ganz viel Herz.
Ich hoffe jedenfalls sehr, dass dieser wunderschöne „Wir-schenken-uns-nichts-Tag noch viele Jahre im Kalender stehen bleibt.
Auch wenn wir uns natürlich...
...wirklich...
...gar nichts schenken. 
Anne Seltmann 03.08.2026, 05.00| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Montagsherz, Herz, Frau Waldspecht, ,