Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Katzen

Miau-velous Moments N° 68


Die Katze, die den Sternen näher war als wir alle

Wenn wir an die Raumfahrt denken, fallen uns sofort Namen wie Juri Gagarin oder Neil Armstrong ein. Vielleicht auch die Hündin Laika. Doch kaum jemand kennt Félicette – eine kleine schwarz-weiße Katze aus Frankreich, die Geschichte schrieb.

Am 18. Oktober 1963 wurde Félicette mit einer französischen Forschungsrakete ins All geschickt. Sie war keine Heldin, die sich freiwillig gemeldet hatte. Sie war eine von mehreren Katzen, die für wissenschaftliche Versuche ausgewählt wurden. Während ihres kurzen Fluges wurden Hirnströme und andere Körperfunktionen gemessen, um besser zu verstehen, wie sich Schwerelosigkeit auf Lebewesen auswirkt.

Der Flug dauerte nur wenige Minuten. Die Rakete erreichte eine Höhe von rund 150 Kilometern, bevor die Landekapsel sicher mit einem Fallschirm zur Erde zurückkehrte.

Félicette überlebte den Flug.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse trugen dazu bei, die Weltraummedizin weiterzuentwickeln und spätere bemannte Missionen besser vorzubereiten.

Und trotzdem bleibt bei mir ein zwiespältiges Gefühl zurück.

So faszinierend die Raumfahrt ist und so groß die wissenschaftlichen Fortschritte gewesen sein mögen – der Preis dafür wurde oft von Tieren bezahlt, die keine Wahl hatten. Hunde, Affen, Mäuse und eben auch Katzen wurden zu Versuchstieren, ohne zu verstehen, warum sie plötzlich in Raketen saßen oder welchen Zweck ihre Reise erfüllen sollte.

Ich weiß, dass die Wissenschaft damals andere Maßstäbe hatte als heute. Und doch wünsche ich mir, dass wir solche Geschichten nicht nur mit Bewunderung erzählen, sondern auch mit Mitgefühl. Denn jeder Fortschritt sollte uns auch daran erinnern, wie wertvoll jedes einzelne Leben ist.

Vielleicht macht gerade das Félicettes Geschichte so besonders.

Sie wurde nie berühmt. Jahrzehntelang geriet ihr Name fast vollständig in Vergessenheit. Erst viele Jahre später erinnerte man sich an die kleine Katze, die ebenfalls ihren Teil zur Geschichte der Raumfahrt beigetragen hatte. 2019 erhielt sie schließlich in Straßburg ein Denkmal – eine späte Würdigung für ein Tier, das niemals ahnte, dass es Geschichte schrieb.

Wenn ich ihr Bild im Internet betrachte, (obiges Bild hat sehr viel Ähnlichkeit mit ihr) sehe ich keine Raumfahrtpionierin.

Ich sehe eine Katze. Ein neugieriges Wesen mit Schnurrhaaren, Samtpfoten und einem Leben, das eigentlich auf Fensterbänke, warme Sonnenflecken und das leise Schnurren in menschlicher Nähe ausgelegt war. Vielleicht sollten wir nicht nur den Menschen danken, die den Himmel erobert haben. Vielleicht sollten wir auch jene nicht vergessen, die unfreiwillig den ersten Weg dorthin geebnet haben.

Danke, Félicette.

Nicht, weil du ins All geflogen bist.

Sondern weil deine Geschichte uns heute daran erinnert, dass wissenschaftlicher Fortschritt und Mitgefühl immer gemeinsam gedacht werden sollten!





Anne Seltmann 15.07.2026, 16.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 67



Heute ist Maunztag

Im Rahmen von Christianes Maunztagen möchte ich euch heute einen meiner ganz besonderen Lieblingskalender vorstellen.

Seit 2025 gestalte ich für Calvendo Kalender mit meinen KI-unterstützt entstandenen Bildwelten. Aus einer Idee, viel Fantasie und unzähligen kreativen Stunden entstehen dabei immer wieder neue Themen – mal poetisch, mal verspielt und manchmal einfach zum Schmunzeln.

Dieser Katzenkalender gehört zu den ersten, die ich gestaltet habe. Jede Samtpfote erzählt ihre eigene kleine Geschichte und zeigt, wie aus digitaler Kunst liebevolle Begleiter für ein ganzes Jahr werden können.






Inzwischen sind viele weitere Kalender dazugekommen – von Ottern, Schafen und Kühen bis hin zu surrealen Fantasiewelten, Blumen, Leuchttürmen und vielem mehr. Es macht mir unglaublich viel Freude, immer neue Ideen in Bilder zu verwandeln.

Vielleicht entdeckt ihr ja euren persönlichen Favoriten.


 Einen schönen Maunztag euch allen!  


Neugierig geworden? Meine gesamte Calvendo-Kollektion findet ihr hier: Link




Anne Seltmann 08.07.2026, 09.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 66



Die Sache mit dem Flugzeug 

„Ich war‘s nicht.

So begann die Geschichte.

Und genau das machte alle misstrauisch.

Niemand hatte die Katze überhaupt etwas gefragt.

Neben ihr stand ein kleines Holzflugzeug.

Auf dem Teppich lagen verstreut einige Bauklötze, ein Stoffhase ohne Ohr und ein Puppenschuh an einem Ort, an dem Puppenschuhe normalerweise nicht vorkommen.

„Was ist hier passiert?, fragte Svantje.

Die Katze blinzelte.

Einmal.

Langsam.

Unschuldig.

Sehr unschuldig.

Verdächtig unschuldig.

„Miau.

Das half ihrer Verteidigung nicht.

Denn die Erfahrung zeigte: Immer wenn irgendwo etwas umgefallen, verschwunden oder auf geheimnisvolle Weise den Standort gewechselt hatte, befand sich die Katze zufällig in unmittelbarer Nähe.

So auch heute.

Die Ermittlungen dauerten etwa fünf Minuten.

Dann stellte sich heraus, dass der kleine Bruder das Flugzeug selbst dort abgestellt hatte.

Die Katze war tatsächlich unschuldig.

Wie meistens.

Also zumindest häufiger, als ihr unterstellt wurde.

Den Rest des Tages lag sie neben dem Flugzeug und genoss ihren Freispruch.

Allerdings mit dem Gesichtsausdruck einer Katze, die genau weiß:

Morgen bietet sich bestimmt wieder eine Gelegenheit.






Anne Seltmann 17.06.2026, 11.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 65


Ich erinnere mich an diese Katze, die früher jeden Nachmittag gegen vier Uhr auftauchte.
Niemand wusste so genau, wem die kleine getigerte Katze eigentlich gehörte. Die einen behaupteten, sie käme vom roten Haus am Ende der Straße, andere meinten, sie habe sich längst selbst adoptiert und betrachte die ganze Nachbarschaft als persönliches Königreich.

An warmen Tagen legte sie sich bevorzugt dorthin, wo die Kinder mit Kreide malten.
Mitten in Sonnen, Regenbögen oder krummen Hüpfkästchen.

Die Kinder fanden das großartig.
„Nicht bewegen!, riefen sie dann immer, als wäre die Katze ein seltenes Kunstwerk, das plötzlich beschlossen hatte, Teil des Bildes zu werden.

Und tatsächlich sah es oft so aus, als hätte jemand sie extra dort platziert—halb im Licht, halb im Schatten, die Pfoten ausgestreckt, völlig unbeeindruckt vom Trubel der Welt.

Einmal malte ein kleines Mädchen einen großen bunten Kreis um sie herum und schrieb mit krakeligen Buchstaben daneben:
„Hier schläft die Sommerkatze.

Niemand wischte das Bild weg.

Selbst als am Abend ein kurzer Regen kam, blieb ein blasser Rest der Kreide noch tagelang sichtbar.
Und die Katze?
Die erschien am nächsten Nachmittag wieder, rollte sich genau an dieselbe Stelle und schlief weiter, als hätte sie einen festen Termin mit dem Sommer.






Anne Seltmann 27.05.2026, 06.50 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 64



Diese Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet. Sie ist traurig und gleichzeitig auf eine ganz stille Art wunderschön.

Es geht um einen Kater namens Oscar, der in einem Pflegeheim in den USA lebte. Eigentlich war er nur als Therapiekatze gedacht. Doch irgendwann bemerkten die Pflegekräfte etwas ganz Besonderes: Oscar lief zwar durch alle Zimmer, blieb aber nur selten irgendwo länger. Manchmal jedoch legte er sich plötzlich ganz ruhig zu einem bestimmten Bewohner aufs Bett und wich ihm nicht mehr von der Seite.

Mit der Zeit fiel auf, dass genau diese Menschen oft nur noch wenige Stunden zu leben hatten.

Die Pfleger wussten inzwischen, was das bedeutete, und verständigten häufig sofort die Angehörigen, damit sie noch rechtzeitig kommen konnten. Viele Familien erzählten später, wie dankbar sie dafür waren, weil ihre Mutter, ihr Vater oder ein anderer geliebter Mensch in den letzten Stunden nicht allein gewesen war. Oscar lag einfach still daneben, schnurrte leise und blieb bis zum Schluss.

Irgendwann schrieb sogar ein Arzt über den Kater in einer medizinischen Fachzeitschrift, weil es einfach zu oft passiert war, um bloßer Zufall zu sein. Man vermutet heute, dass Tiere Veränderungen im Körper oder bestimmte Gerüche wahrnehmen können, die Menschen gar nicht bemerken.




Anne Seltmann 20.05.2026, 06.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 63






Rotgestromte Katzen fallen sofort auf. Dieses warme, flammende Fell wirkt oft wie mit Pinselstrichen gemalt – mal kräftig orange, mal kupferfarben, manchmal fast honiggolden. Und tatsächlich steckt hinter dieser besonderen Fellfarbe ein kleines genetisches Geheimnis.

Das „Rot bei Katzen entsteht durch ein spezielles Pigment, das sogenannte Phäomelanin. Es sorgt für die orangefarbenen bis rötlichen Töne im Fell. Verantwortlich dafür ist ein Gen auf dem X-Chromosom. Deshalb sind rotgestromte oder vollständig rote Katzen übrigens häufiger Kater als Katzen. Weibliche Tiere brauchen nämlich zwei entsprechende Gene, während bei Katern schon eines ausreicht.

Und dann wäre da noch die Zeichnung. Denn fast alle roten Katzen tragen eine Musterung in sich – selbst wenn sie auf den ersten Blick einfarbig wirken. Viele zeigen Streifen, Wirbel oder marmorierte Muster. Dieses „Gestromte gehört bei roten Katzen fast schon dazu wie die Schnurrhaare.

Spannend ist auch, dass rotgestromte Katzen oft als besonders charmant, neugierig oder verschmust beschrieben werden. Ob das wirklich an der Fellfarbe liegt oder eher daran, dass man ihnen wegen ihres auffälligen Aussehens automatisch mehr Charakter zuschreibt, bleibt wohl ein kleines Katzengeheimnis.




Anne Seltmann 06.05.2026, 06.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 62






Die Sofa-Strategin

Katzen schaffen es zuverlässig, genau den Platz auf dem Sofa zu wählen, den ihr Mensch als Nächstes nutzen wollte.
Setzt man sich trotzdem, schaut die Katze, als hätte man gerade internationales Recht verletzt.




>> Christianes Doseninhalte <<





Anne Seltmann 15.04.2026, 10.27 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 61




Es war einer dieser ruhigen Nachmittage, an denen nichts wirklich passiert. Das Fenster stand einen Spalt offen, draußen bewegten sich die Blätter kaum, und das Licht fiel weich in den Raum. Der Platz auf dem Sofa war eben noch frei gewesen. Ein Kissen, leicht eingedrückt, noch warm von dem, der gerade aufgestanden war. Es dauerte nicht lange. Als wäre sie gerufen worden, kam die Katze lautlos ins Zimmer. Kein Zögern, kein Suchen. Sie sprang auf das Sofa, setzte eine Pfote nach der anderen genau dorthin, wo eben noch jemand gesessen hatte. Sie drehte sich einmal, zweimal, bis alles passte. Dann legte sie sich.

Der Körper wurde weich, der Atem ruhig. Die Augen schlossen sich, aber nicht ganz. Ein schmaler Spalt blieb, als würde sie die Welt nicht völlig loslassen wollen. Als der Mensch zurückkam, blieb er stehen. Der Platz war nicht mehr frei.Typisch!





>> Christianes Doseninhalte <<





Anne Seltmann 08.04.2026, 08.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 60




Es tatsächlich eine kleine, echte Geschichte, die viele Katzenfreunde kennen, und sie ist gleichzeitig ziemlich rührend und ein bisschen lustig.

In den 1990er-Jahren beobachteten Mitarbeiter in mehreren Tierheimen (unter anderem in Deutschland und den Niederlanden) immer wieder dasselbe Verhalten: Katzen, die gerade neu angekommen waren und eigentlich noch ängstlich sein müssten, legten sich plötzlich mitten in den Gang – genau dort, wo die Pfleger ständig entlangliefen – und räckelten sich demonstrativ.

Eine Pflegerin erzählte später in einem Interview, dass sie anfangs dachte, die Katze würde sich einfach nur strecken. Doch nach ein paar Tagen fiel ihr auf: Immer wenn jemand vorbeikam, rollte sich dieselbe Katze auf den Rücken, streckte alle vier Beine in die Luft und blieb so liegen, als wollte sie sagen: „Ich bin hier. Siehst du mich?

Nach und nach merkten die Mitarbeiter, dass das kein Zufall war. Katzen, die sich besonders oft so offen und entspannt zeigten – also sich räkelten, streckten oder sogar mitten im Weg liegen blieben – wurden tatsächlich schneller adoptiert. Menschen blieben stehen, mussten lächeln und gingen automatisch in die Hocke, um sie zu streicheln.

Später bestätigten auch Verhaltensforscher: Dieses Räckeln ist nicht nur ein Dehnen der Muskeln. Es ist oft ein Zeichen von Vertrauen und gleichzeitig eine Art Einladung. Eine Katze, die sich so zeigt, signalisiert: „Ich fühle mich sicher genug, mich ganz groß zu machen. Und genau das berührt Menschen sofort.

Deshalb sieht man Katzen auch überall so liegen: im Türrahmen, auf dem Teppich mitten im Zimmer, quer über der Tastatur oder genau dort, wo man gerade laufen will. Nicht weil sie uns ärgern wollen – sondern weil sie genau wissen, dass man sie dann sieht. Und meistens klappt es ja auch.









Anne Seltmann 01.04.2026, 04.15 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 59




[Gizmo]



Katzenbabys haben diese erstaunliche Fähigkeit, die Welt für einen Moment anzuhalten. Kaum größer als eine Handfläche, tapsen sie mit übergroßen Pfoten durchs Leben, als müssten sie erst noch herausfinden, wie alles funktioniert.

Ihr Blick ist gleichzeitig neugierig und völlig unschuldig, ihr Spiel ein kleines Chaos aus Sprüngen, Stolpern und plötzlichen Entdeckungen. Und irgendwo zwischen Schnurren, Fauchen im Mini-Format und diesem unbeholfenen Mut entsteht etwas, dem man sich kaum entziehen kann.

Vielleicht liegt die Faszination darin, dass Katzenbabys uns daran erinnern, wie leicht und verspielt das Leben sein kann – zumindest für einen kurzen, sehr flauschigen Moment.


[Christianes Dosennhalte]




Anne Seltmann 18.03.2026, 08.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL