Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Lyrik

Das Rotkehlchen ...


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


...aus Evas Garten

Es war einmal ein kleines Rotkehlchen, das sich Evas Garten als Zuhause ausgesucht hatte.

Eines Frühlingsmorgens saß es plötzlich auf einem moosbewachsenen Stein unter dem alten Kirschbaum. Es schaute sich neugierig um, zwitscherte ein paar helle Töne und begann, als hätte es nie woanders gelebt, den Garten zu erkunden.

Eva ließ es gewähren.

Sie sprach nicht mit ihm und lockte es auch nicht an. Sie beobachtete einfach nur. Vom Küchenfenster aus. Oder mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse.

Das Rotkehlchen hüpfte zwischen den Blumenbeeten umher, suchte nach kleinen Insekten, flatterte auf den Gartenzaun und verschwand manchmal für Stunden in den Hecken. Doch jeden Tag kam es wieder zurück.

Mit der Zeit kannte Eva seine Lieblingsplätze.

Den alten Apfelbaum.

Den flachen Stein am Teich.

Die Gießkanne, auf deren Rand es besonders gern saß.

Und das kleine Beet mit den Ringelblumen.

Im Frühsommer bemerkte sie, dass das Rotkehlchen nicht mehr allein unterwegs war.

Zwischen den Sträuchern tauchten plötzlich winzige Federbällchen auf. Die Jungvögel waren noch etwas tapsig unterwegs, flatterten unbeholfen hinter ihren Eltern her und schienen über alles zu staunen, was der Garten zu bieten hatte.

Von Jahr zu Jahr wiederholte sich dieses kleine Wunder.

Manchmal war es dasselbe Rotkehlchen.

Manchmal vielleicht eines seiner Jungen.

Eva wusste es nicht.

Aber sie freute sich jedes Mal aufs Neue, wenn im Frühjahr wieder ein Rotkehlchen auf dem Gartenzaun landete und den Tag mit seinem fröhlichen Gesang begrüßte.

Im Laufe der Jahre wurde ihr Garten zu einem kleinen Paradies.

Nicht nur Rotkehlchen fanden den Weg dorthin.

Auch Meisen, Amseln, Zaunkönige, Spatzen und Finken schienen sich dort wohlzufühlen. Zwischen den Blüten summten Hummeln und Bienen, Schmetterlinge tanzten durch die warme Luft, und manchmal huschte sogar ein Igel in der Abenddämmerung durch das hohe Gras.

Eva hatte nie versucht, die Natur festzuhalten.

Sie ließ sie einfach sein.

Vielleicht war es genau das, was die Tiere spürten.

Und so wurde ihr Garten Jahr für Jahr ein Ort, an dem immer wieder neues Leben einzog.

Wenn im Frühling das erste Rotkehlchen auf dem vertrauten Stein saß, lächelte Eva.

Sie wusste:

Die schönste Einladung an die Natur ist ein Garten, in dem sie willkommen ist.

Und manchmal genügt schon ein kleiner Vogel, um einen ganzen Garten mit Leben zu erfüllen.


© Anne Seltmann




Anne Seltmann 10.07.2026, 11.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aschenputtel und das königliche Recyclingprojekt


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]

Es war einmal ein Königreich, in dem sich die Zeiten geändert hatten. Natürlich gab es noch immer prachtvolle Bälle, funkelnde Kronen und prächtige Kutschen. Doch mindestens genauso wichtig waren inzwischen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und die Frage, ob man Dinge wirklich wegwerfen musste.

Und genau dort lebte Aschenputtel.

Die junge Frau, die einst Böden geschrubbt und die Erbsen aus der Asche gelesen hatte, war längst Königin geworden. Doch sie war keine Herrscherin, die den ganzen Tag auf einem goldenen Thron saß und sich Trauben reichen ließ. Nein, sie krempelte lieber die Ärmel hoch, ließ im Schloss Regenwasser sammeln, ersetzte Kerzen durch magische Energiesparlichter und gründete gemeinsam mit den königlichen Gärtnern das erste Umweltamt des Reiches.

Der Prinz schmunzelte oft darüber.

„Andere Königinnen sammeln Diamanten, sagte er.

„Ich sammle Ideen, antwortete Aschenputtel. „Die glitzern zwar weniger, halten aber länger.

Eines Frühlings beschloss sie, das Schloss gründlich auszumisten. Auf den Dachböden fanden sich verstaubte Ritterhelme, ein halber Drachenzahn, siebenunddreißig vergessene Teekannen und erstaunlich viele einzelne Socken. Während sie eine alte Truhe öffnete, blitzte plötzlich etwas zwischen vergilbten Ballprogrammen hervor.

Der verbliebene gläserne Schuh.

Aschenputtel hob ihn vorsichtig auf.

„Ach du meine Güte!

Der zweite Schuh war längst Geschichte. Der königliche Hofhund Bello hatte ihn vor Jahren für ein außergewöhnlich edles Kauspielzeug gehalten. Nach mehreren enthusiastischen Knabberattacken blieb davon leider nur glitzernder Glassand übrig.

Aschenputtel drehte den Schuh nachdenklich in den Händen.

„Was macht man bloß mit einem einzelnen Glasschuh?

Wegwerfen kam natürlich überhaupt nicht infrage. Schließlich predigte sie seit Jahren, dass jedes Ding eine zweite Chance verdiente.

Also setzte sie sich mit einer dampfenden Tasse Minztee an ihren Lieblingsplatz im Wintergarten. Sie kritzelte Entwürfe auf Pergament, verwarf sie wieder, zeichnete Blumenvasen, Kerzenhalter und Obstschalen.

Nichts überzeugte sie.

Bis ihr plötzlich ein Goldfisch aus dem Schlossbrunnen entgegenblinzelte.

„Natürlich!, rief sie so laut, dass selbst die Tauben vom Schlossturm erschrocken aufflatterten.

„Ein Aquarium!

Noch am selben Nachmittag herrschte geschäftiges Treiben. Die Hofglasbläser versiegelten den Schuh fachgerecht, die königlichen Tüftler bauten einen winzigen Filter ein, der mit Wasserkraft betrieben wurde, und der Hofgärtner setzte zarte Wasserpflanzen hinein. Schließlich zogen drei kleine Goldfische ein.

Sie bekamen selbstverständlich königliche Namen.

Sir Blubbington.

Lady Flosse.

Und Baron Goldglanz der Dritte.

Als das ungewöhnliche Kunstwerk im Schloss vorgestellt wurde, staunte der gesamte Hof.

„Ist das… wirklich ein Schuh?, fragte der Hofmarschall ungläubig.

„Ja, antwortete Aschenputtel stolz.

„Und darin… schwimmen Fische?

„Ganz richtig.

Der Prinz betrachtete das gläserne Meisterwerk von allen Seiten.

„Du hast also den berühmtesten Schuh der Märchengeschichte in ein Aquarium verwandelt?

Aschenputtel nickte.

„Warum denn nicht? Seine Tanzkarriere ist schließlich beendet.

Nach kurzem Nachdenken musste selbst der Prinz lachen.

„Eigentlich ist das genial.

Schon bald sprach sich die Nachricht im ganzen Königreich herum. Menschen reisten von weit her an, um den legendären Fischschuh zu bestaunen. Kinder drückten ihre Nasen an das Glas und winkten den Goldfischen zu. Alte Märchenerzähler behaupteten sogar, die kleinen Bewohner würden Walzer tanzen, sobald irgendwo im Schloss Musik erklang.

Ob das wirklich stimmte?

Nun, darüber waren sich die Gelehrten bis heute nicht einig.

Neben dem Aquarium entstand bald eine ganze Ausstellung ungewöhnlicher Upcycling-Ideen. Der Kürbis der guten Fee wurde nach seiner letzten Kutschfahrt zu einem solarbetriebenen Komposter umgebaut. Die Mäuse erhielten ein luxuriöses Käsehotel aus alten Kutschenrädern, und die gute Fee eröffnete einen Workshop mit dem Titel:

„Zaubern ist gut – Wiederverwenden ist besser.

Aschenputtel lächelte jedes Mal, wenn sie an ihrem Glasschuh vorbeikam.

Er hatte sie einst zu ihrem großen Glück geführt.

Jetzt zeigte er allen, dass selbst die schönsten Erinnerungen nicht in einer Vitrine verstauben müssen. Manchmal beginnt ihre eigentliche Geschichte erst dann, wenn man ihnen eine neue Aufgabe gibt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schwimmen Sir Blubbington, Lady Flosse und Baron Goldglanz der Dritte noch heute fröhlich ihre Runden im wohl berühmtesten Aquarium der Märchenwelt – stilvoll, königlich und mit Brief und Siegel als das erste offiziell ausgezeichnete Cinderella-Recyclingprojekt des Reiches.



 © Anne Seltmann




Anne Seltmann 09.07.2026, 09.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die allerbesten Jahre




[Foto: mit Photoshop bearbeitet]


 


sie waren

vielleicht

gar nicht

die lautesten

 

nicht

die mit den

größten plänen

oder

den weitesten reisen

 

vielleicht

waren es

die morgen

an denen

der kaffee

genug war

 

ein gespräch

das länger

blieb

als der tag

 

eine hand

die

nicht

festhielt

und doch

nicht losließ

 

wir suchen

die besten

jahre

oft

im rückspiegel

 

dabei

sitzen sie

manchmal

barfuß

auf der terrasse

und zählen

schwalben

 

oder

sie stehen

mit nassen haaren

im regen

und lachen

ohne

einen grund

 

vielleicht

erkennen wir

sie

erst später

wenn wir

merken

dass wir

mitten in ihnen

gelebt haben

 




~*~

© Anne Seltmann



 




Anne Seltmann 02.07.2026, 13.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der wilde Garten



[Schade, dass ich keinen Garten habe]





sie kommen
ohne einladung

zwischen pflastersteinen
am zaun
am rand
der ordentlichen beete

als hätten sie
nie gelernt
wofür grenzen
gedacht sind

der löwenzahn
fragt nicht
ob er erwünscht ist

er öffnet
einfach
sein gelb
zur sonne

die margerite
kennt keine
gartenordnung

sie blüht
wo der wind
ihr einen platz
gelassen hat

und die wilde malve
hat noch nie
einen katalog
gelesen

sie weiß nichts
von plänen
nichts von vorgaben

nur

wie man wächst

wir nennen sie
unkraut

als wäre wachsen
ein fehler

als müsste
jede blüte
einen zweck
erfüllen

dabei
sind sie längst
beschäftigt

mit summenden bienen

mit schmetterlingen

mit dem sommer

und mit all dem
was wir
leicht übersehen

vielleicht
liegt der irrtum
nicht bei ihnen

sondern bei uns

die wir glauben
die natur
müsse sich
erklären

während sie
einfach blühen

~*~

© Anne Seltmann




Anne Seltmann 23.06.2026, 14.04 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Lieber Papa!


[Bild mit Photoshop bearbeitet / Text © Anne Seltmann]



ich rechne
nicht oft
in jahren


und doch
kommt dieser tag
verlässlich zurück


wie die schwalben
wie der mohn
wie der erste frost


vierunddreißigmal
ist er gekommen

ohne dich


und noch immer
bleibt für einen augenblick
alles stehen

als müsse die zeit
selbst
nach dir suchen

im november
wärst du
einhundertvierzehn geworden

eine zahl
größer
als meine vorstellung

größer vielleicht
als die strecke
die zwischen uns liegt

ich sehe dich nicht
ich höre dich nicht


und dennoch
gibt es tage
an denen du
durch einen gedanken gehst
durch eine erinnerung
durch ein altes wort


als hättest du
den raum
nie ganz verlassen


dann sitze ich da
und staune
wie jemand
so lange fort sein kann
und dennoch
nicht verschwindet

~*~

© Anne Seltmann





Anne Seltmann 20.06.2026, 08.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Darf ich vorstellen?




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Oh, ich sehe...mein letzter Beitrag ist vom Jahr 2025 und dabei hatte ich mich noch nicht einmal vorgestellt. Wie unhöflich von mir! Das will ich hiermit natürlich einmal tun:


Ich bin Aurelia von Sturmfeder, Eule aus altem Adel – mit Federn so fein wie Samt und einem Schnabel, der schon so manches Geheimnis belauscht hat. Meine Vorfahren flogen nicht nur majestätisch durch die Nacht, sondern hatten auch immer ein Auge auf den richtigen Tee und die besten Mäusevorräte.

Ich selbst bevorzuge stilvolle Ausflüge, elegante Gesellschaft und die kleinen Freuden des Lebens. Ein Besuch in einer charmanten Boutique, ein Nachmittag in einem feinen Café oder ein ausgedehnter Bummel durch die Stadt bereiten mir weit mehr Vergnügen als jede königliche Verpflichtung.

Man sagt, ich sei höflich, anmutig und stets tadellos gekleidet. Das mag stimmen. Allerdings bin ich auch neugierig, gelegentlich ein wenig eigensinnig und niemals weit von einem kleinen Abenteuer entfernt. Denn hinter jeder Tür, jedem Schaufenster und jeder Begegnung könnte sich eine Geschichte verbergen, die es wert ist, erzählt zu werden.

Ich liebe schöne Hüte, gut gefüllte Teetassen, interessante Gespräche und Menschen mit Humor. Übertriebene Eile hingegen halte ich für eine höchst zweifelhafte Erfindung.

Willkommen in meiner Welt – einer Welt voller Charme, kleiner Entdeckungen, feiner Manieren und überraschender Augenblicke. Machen Sie es sich bequem, begleiten Sie mich ein Stück des Weges und vergessen Sie nicht: Das Leben ist viel zu kostbar, um daran vorbeizueilen.

Ihre

Gräfin Aurelia von Sturmfeder

© Gräfin Aurelia von Sturmfeder aka Anne Seltmann



Anne Seltmann 19.06.2026, 10.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 66



Die Sache mit dem Flugzeug 

„Ich war‘s nicht.

So begann die Geschichte.

Und genau das machte alle misstrauisch.

Niemand hatte die Katze überhaupt etwas gefragt.

Neben ihr stand ein kleines Holzflugzeug.

Auf dem Teppich lagen verstreut einige Bauklötze, ein Stoffhase ohne Ohr und ein Puppenschuh an einem Ort, an dem Puppenschuhe normalerweise nicht vorkommen.

„Was ist hier passiert?, fragte Svantje.

Die Katze blinzelte.

Einmal.

Langsam.

Unschuldig.

Sehr unschuldig.

Verdächtig unschuldig.

„Miau.

Das half ihrer Verteidigung nicht.

Denn die Erfahrung zeigte: Immer wenn irgendwo etwas umgefallen, verschwunden oder auf geheimnisvolle Weise den Standort gewechselt hatte, befand sich die Katze zufällig in unmittelbarer Nähe.

So auch heute.

Die Ermittlungen dauerten etwa fünf Minuten.

Dann stellte sich heraus, dass der kleine Bruder das Flugzeug selbst dort abgestellt hatte.

Die Katze war tatsächlich unschuldig.

Wie meistens.

Also zumindest häufiger, als ihr unterstellt wurde.

Den Rest des Tages lag sie neben dem Flugzeug und genoss ihren Freispruch.

Allerdings mit dem Gesichtsausdruck einer Katze, die genau weiß:

Morgen bietet sich bestimmt wieder eine Gelegenheit.






Anne Seltmann 17.06.2026, 11.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Welttag der Krokodile – World Crocodile Day oder World Croc Day



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]





Das Krokodil mit den schlechten Manieren

Im Zoo gab es ein Krokodil namens Kurt.

Kurt hatte ein Problem.

Er grinste ständig.

Nicht, weil er besonders fröhlich war.
Nicht, weil er gute Witze kannte.

Er sah einfach immer so aus.

„Du musst freundlicher wirken, sagte der Pfleger.

„Ich wirke doch freundlich, antwortete Kurt.

„Nein, sagte der Pfleger. „Du wirkst, als würdest du überlegen, wen du als Nächstes verspeist.

Also besuchte Kurt einen Benimmkurs.

Dort lernte er:

höflich nicken,

anderen den Vortritt lassen,

und beim Smalltalk niemanden anzustarren.

Nach drei Wochen war er stolz auf seine Fortschritte.

Als eine Schulklasse vorbeikam, lächelte er besonders freundlich.

Die Kinder schrien.

Die Lehrerin schrie.

Der Hausmeister schrie vorsichtshalber mit.

Kurt seufzte.

„Das läuft nicht optimal.

Schließlich gab er auf und setzte sich wieder an seinen Teich.

Dort traf er eine alte Schildkröte.

„Weißt du, sagte sie, „manche Gesichter werden einfach missverstanden.

„Meins zum Beispiel?

„Genau. Und meins sieht aus, als würde ich seit 200 Jahren über Steuererklärungen nachdenken.

Da mussten beide lachen.

Zumindest glaubte die Schildkröte, dass Kurt lachte.

Bei Krokodilen weiß man das nie so genau.

 

© Anne Seltmann

 




Anne Seltmann 17.06.2026, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vergänglichkeit


[Bild KI generiert / Zitat © Anne Seltmann ]






Vergänglichkeit 

Zwischen Blühen und Verwehen liegt eine ganze Welt

~*~

© Anne Seltmann



Anne Seltmann 07.06.2026, 17.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Meerblau






manche farben
sieht man
und vergisst sie wieder

blau gehört nicht dazu

es bleibt
wie der geruch von salz
in einer jacke
nach einem tag am wasser

ich kenne dieses blau
seit ich denken kann

es lag über den wellen
über meinen kindertagen
über fragen
auf die niemand antworten musste

manchmal
sitzt es still
am rand der welt

dort
wo der horizont beginnt
und aufhört

blau erzählt
nicht von eilenden schritten
nicht von lärm
nicht von wichtigkeit

blau erzählt
vom bleiben
vom wind
der kommt
und weiterzieht

vom meer
das niemals dasselbe ist
und doch immer
meer bleibt

wenn ich an zuhause denke
denke ich nicht an mauern
nicht an straßen
nicht an eine adresse

ich denke
an dieses blau
an die weite
die mich klein macht
ohne mich zu verlieren
und an den himmel
der jeden tag
neu beginnt.

~*~

© Anne Seltmann



 


 




Anne Seltmann 05.06.2026, 06.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL