Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Floral Friday

Floral Friday 2026 N° 05





Inspiriert durch >> Kreasoli << , musste ich einmal ins Archiv greifen, um euch meine Pfingstrose zu zeigen.

Die Pfingstrose ist eine Blume, die sich Zeit lässt – und genau darin liegt ihr Zauber.
Wo andere Pflanzen schnell kommen und gehen, baut sie Spannung auf: feste Knospen, die wirken, als würden sie ein Geheimnis hüten. Und dann, fast über Nacht, öffnet sie sich in eine üppige, duftende Blüte, so weich und vielschichtig, dass sie eher wie ein Versprechen wirkt als wie eine Pflanze.

Ihre Farben reichen von zartem Weiß über pudriges Rosa bis hin zu kräftigem Purpur. Oft wirkt sie ein wenig verschwenderisch – als hätte sie beschlossen, Schönheit nicht sparsam, sondern großzügig zu verteilen.

Dann habe ich mich auf die Suche begeben, um zu sehen, woher der Name eigentlich kommt. Ich muss das immer wissen.

Der Name Pfingstrose hat einen ganz einfachen, fast bodenständigen Ursprung:
Sie blüht rund um das christliche Fest Pfingsten – meist im späten Frühling bis Frühsommer. So wurde sie im Volksmund zur „Rose von Pfingsten, obwohl sie botanisch gar keine Rose ist, sondern zur Gattung Paeonia gehört.

Hinter ihrem wissenschaftlichen Namen steckt jedoch eine alte Geschichte:
In der griechischen Mythologie war Paeon ein Schüler des Heilgottes Asklepios. Paeon heilte mit einer Pflanze, die so wirksam war, dass sie den Neid seines Lehrers erregte. Um ihn zu schützen, verwandelten die Götter ihn in eben diese Blume – die Pfingstrose.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Fülle und Flüchtigkeit, die die Pfingstrose so besonders macht.
Sie blüht nicht lange – aber intensiv.
Und gerade weil sie sich nicht festhalten lässt, wird jeder Moment mit ihr kostbar.

In Gärten steht sie oft für Liebe, Glück und Reichtum – in manchen Kulturen sogar für ein gutes, erfülltes Leben.
Und wer einmal eine Pfingstrose beim Aufblühen beobachtet hat, versteht schnell, warum.







Anne Seltmann 17.04.2026, 06.51 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 04



[Archivbild]




Zwischen Farbe und Wind

 

zwischen den stängeln

die sich nicht entscheiden

ob sie stehen oder fließen


ein atmen aus farbe

das keiner ordnet

 

rosa tastet sich an orange vorbei

blau behauptet nichts

gelb fällt einfach ins licht

 

du siehst:

wie alles gleichzeitig geschieht

und nichts darauf wartet

benannt zu werden

 

die wiese—kein ort

eher ein geschehen

 

hier

verliert sogar der wind

kurz die richtung

und bleibt

 

in einem blütenrand hängen

 

als hätte jemand

für einen moment

 

die welt nicht erklärt

sondern

offen gelassen

~*~


© Anne Seltmann











Anne Seltmann 10.04.2026, 09.19 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 03






Die kleine Magie schöner Blumensträuße

 

Ein schöner Blumenstrauß ist mehr als nur eine Sammlung von Blumen – er ist ein kleines Stück Freude. Schon beim ersten Blick entsteht dieses Gefühl von Frische, Farbe und Leben. Ein Strauß kann einen Raum verändern, ihn freundlicher, wärmer und irgendwie lebendiger machen.

Besonders charmant sind Sträuße, die nicht perfekt geschniegelt wirken. Wild gemischt, mit unterschiedlichen Höhen, Farben und Formen, erzählen sie fast eine kleine Geschichte. Zarte Blüten neben kräftigen Farben, vielleicht ein paar grüne Zweige dazwischen – genau diese Mischung macht ihren Reiz aus.

Blumensträuße begleiten uns durch viele Momente: als Geschenk, als Dankeschön oder einfach, um sich selbst eine Freude zu machen. Manchmal reicht schon eine Vase auf dem Tisch, um den Tag ein bisschen heller wirken zu lassen.

Vielleicht ist genau das ihr Geheimnis: Blumen erinnern uns daran, die kleinen, schönen Dinge im Alltag wahrzunehmen.





Anne Seltmann 06.03.2026, 06.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 02



Chrysanthemen. Schon das Wort trägt etwas Feierliches in sich. Ein Rascheln von Seidenpapier. Ein Herbstlicht.

Der Name kommt aus dem Griechischen: „chrysós bedeutet Gold, „ánthos heißt Blüte. Goldblume also.
Nicht zufällig – die ersten wild wachsenden Formen, die man in China kannte, blühten leuchtend gelb. Wie kleine Sonnen, die beschlossen hatten, näher an der Erde zu bleiben. Von dort aus wanderten sie – über Jahrhunderte kultiviert und verehrt – nach Japan, wo sie bis heute kaiserliches Symbol sind. Und später nach Europa, wo sie still in unsere Herbstgärten einzogen.

Gold im Namen.
Licht im Klang.
Und vielleicht auch ein Versprechen:
Dass selbst im November noch etwas blühen darf.





Anne Seltmann 27.02.2026, 06.31 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 01





Mein Tuschkasten und ich haben in den letzten Tagen eine kleine Farbreise unternommen. Es wurde geplanscht, gemischt und fröhlich drauflos gepinselt – bis das Bild oben schließlich sagte: "So, jetzt bin ich fertig!" Diesmal habe ich mich an einer Papageienblume herangewagt – mit leuchtenden Farben im Gepäck und einer guten Portion Mut im Pinsel. Sie hat sich erst ein bisschen geziert, doch am Ende durfte sie stolz ihr tropisches Federkleid entfalten.

Zur Papageienblume sei gesagt: Sie wird auch „Paradiesvogelblume genannt und sie ist eine exotische Zierpflanze aus Südafrika.

Ihre auffälligen, orange-blauen Blüten erinnern an einen bunten Vogelkopf - daher ihr Name.




Anne Seltmann 20.02.2026, 07.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 32





[Aus dem Gartencenter meines Vertrauens]




Die Calla, die botanisch eigentlich Zantedeschia heißt, stammt ursprünglich aus dem südlichen Afrika, wo sie in feuchten Gebieten wächst. Ihre elegante Form ist kein Zufall: Eigentlich ist das, was wir als Blüte wahrnehmen, nur ein hochgewachsenes Hochblatt, das den eigentlichen Blütenkolben umschließt. Dieses reduzierte, fast skulpturale Erscheinungsbild hat sie zu einer der beliebtesten Blumen für besondere Anlässe gemacht – von Trauerfeiern bis zu Hochzeiten, ein Spannungsfeld, das kaum eine andere Blume so selbstverständlich trägt.

In der Symbolik steht die Calla oft für Reinheit, Eleganz, Wiedergeburt und Übergang. Vielleicht, weil ihre Form so ruhig wirkt, fast wie ein Zwischenraum: etwas, das beginnt oder endet, aber beides mit derselben Gelassenheit.

Außerdem ist die Calla nicht nur schön, sondern auch robust. Sie wächst im Garten, in Vasen und sogar in Töpfen erstaunlich zuverlässig. Wichtig ist nur, dass sie genügend Feuchtigkeit bekommt – ein Echo ihrer Herkunft aus sumpfigen Regionen.

Und noch ein kleiner Fun-Fact: Trotz ihres eleganten Rufes ist sie giftig. Alle Pflanzenteile enthalten Stoffe, die Haut und Schleimhäute reizen können. Schönheit mit klarer Grenze also – sie zeigt deutlich, wie nah Anmut und Vorsicht manchmal beieinander liegen.






Anne Seltmann 21.11.2025, 05.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 31






Die Geschichte der Chrysantheme beginnt im alten China, vor über zweitausend Jahren. Dort galt sie nicht nur als Blume, sondern als Symbol für ein ganzes Lebensgefühl. Eine Legende erzählt von einem Kaiser, der von der Blume hörte, deren Saft Unsterblichkeit schenken sollte. Er sandte junge Männer und Frauen über das Meer, um sie zu finden. Sie kamen nie zurück – man sagt, sie seien auf einer Insel gestrandet und hätten dort das Land gegründet, das später Japan wurde.

In Japan wurde die Chrysantheme zur kaiserlichen Blume. Ihr Blütenmuster ziert noch heute das Wappen und den Thron, die "Chrysanthemenkrone". Sie steht für Reinheit, Beständigkeit und das stille Glück eines langen Lebens. Jedes Jahr im Herbst wird das "Kiku Matsuri" gefeiert, ein Fest zu Ehren dieser Blume, bei dem unzählige Chrysanthemen in kunstvollen Formen gezeigt werden – wie Tempel, Tiere oder Wellen.

In Europa kam sie erst im 17. Jahrhundert an, über Handelsrouten aus Asien. Zuerst galt sie als exotische Kostbarkeit, dann als Friedhofsblume. Ihr Anblick wurde hier zu einem Symbol des Gedenkens, des stillen Abschieds. So trägt sie zwei Bedeutungen in sich: im Osten das Leben, im Westen den Tod.

Eine Blume also, die über Jahrhunderte reist, Bedeutungen verändert und dennoch bleibt, was sie ist – schön in der Kälte des Herbstes, wenn alles andere schon vergeht.






Anne Seltmann 31.10.2025, 05.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 30







Astern sind die späten Sterne des Gartens – und ihr Name verrät es schon: Er stammt vom griechischen Wort "aster", das schlicht "Stern" bedeutet. Ursprünglich kommen sie aus Nordamerika, einige Arten auch aus Europa und Asien. Dort wachsen sie wild auf Wiesen, an Waldrändern oder in Gebirgsregionen, wo sie Sonne und frische Luft lieben.

Im Laufe der Zeit fanden sie ihren Weg in unsere Gärten und wurden zu Symbolen des Spätsommers. Wenn die Sonne schon tiefer steht und die Tage leiser werden, öffnen sie ihre sternförmigen Blüten in Violett, Blau, Rosa oder Weiß – als wollten sie sagen: Noch ist das Jahr nicht vorbei. Bienen und Schmetterlinge schätzen sie als letzte, leuchtende Einladung, bevor der Herbst kommt.

Astern tragen etwas Tröstliches in sich – sie zeigen, dass das Ende einer Jahreszeit kein Verblassen sein muss, sondern ein Aufleuchten. Ein letzter Gruß des Sommers, der noch einmal alles gibt.













Anne Seltmann 17.10.2025, 06.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 29







verblühen heißt

nicht enden,

nur weniger werden.

 

staub hängt noch in der luft

wo gestern farbe war.

der stiel erinnert sich an grün,

die erde an das wort:  halten.

 

ein wind streicht vorbei,

nimmt namen mit.

wer warst du,

sagt der tag zur blume,

und niemand antwortet.

 

zwischen den blättern

ein flirren von noch,

von fast,

von gleich.

 

manchmal

riecht die zeit nach dir,

nach diesem moment

bevor alles fällt 


~*~

© Anne Seltmann










Anne Seltmann 10.10.2025, 06.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 28







Die Hortensie ist ein Fest aus leisen Tönen, ein Ball aus tausend kleinen Stimmen, die sich zu einem einzigen Klang verweben. Sie trägt den Sommer in dichten Wolken von Blau, Rosa oder Weiß, als hätte der Himmel selbst die Erde berührt. In ihren runden Blütenkugeln steckt ein Geheimnis der Fülle: aus dem Kleinsten wächst das Große, aus vielen Blättern ein schimmerndes Ganzes. Sie ist prunkvoll und zugleich bescheiden, ein stiller Mittelpunkt im Garten, der Wärme und Erinnerung sammelt wie Licht im Wasser. Wer sie betrachtet, spürt einen Hauch von Ewigkeit in ihrer vergänglichen Pracht. 
Der Name Hortensie trägt sein Geheimnis schon in sich: Er wurzelt im Griechischen, aus "hydor" für Wasser und "angeion"für Gefäß. Ein Gefäß für Wasser – so schlicht, so treffend, als hätte man der Blume ein Stück ihrer Seele in die Sprache gelegt. Denn sie ist durstig nach Regen, nach Tau, nach jeder Spur von Feuchtigkeit. Ihr Name erzählt die Geschichte ihres Wesens: eine, die aus der Fülle des Wassers ihre eigene Fülle schöpft, die Wolken in Blüten verwandelt und das Flüssige in Farbe übersetzt. 








Anne Seltmann 26.09.2025, 05.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL