
Habituell – wenn Gewohnheit plötzlich vornehm klingt
Es gibt Wörter, die machen aus einer ganz normalen Sache etwas Wissenschaftliches.
Zum Beispiel:
„Ich mache das immer so.
Klingt ziemlich unspektakulär.
Sagt man dagegen:
„Das ist bei mir habituell.
– und schon hat man den Eindruck, man hätte mindestens drei Semester Verhaltensforschung studiert. Dabei bedeutet habituell im Grunde nichts anderes als gewohnheitsmäßig, zur Gewohnheit geworden oder regelmäßig auf eine bestimmte Art und Weise geschehen. Habituell ist also beispielsweise, wenn ich morgens aufstehe und zuerst Kaffee brauche. Nicht vielleicht. Nicht gelegentlich. Nein. Habituell. Wenn ich beim Einkaufen immer denselben Weg durch den Supermarkt nehme, obwohl der andere viel kürzer wäre: habituell. Wenn ich den Kühlschrank öffne, obwohl ich genau weiß, dass seit zehn Minuten nichts Neues hineingekommen sein kann: ebenfalls habituell.
Und wenn ich sage:
„Ich schaue nur ganz kurz bei Facebook vorbei, und 47 Minuten später immer noch dort bin …
Nun ja. Habituell. Sehr habituell. 
Das Schöne an diesem Wort ist, dass es sogar unseren kleinen Macken einen gewissen wissenschaftlichen Glanz verleiht.
„Ich kann nicht schlafen, wenn die Schranktür offensteht klingt nach einer persönlichen Eigenart.
„Ich zeige ein habituelles Bedürfnis nach geschlossenen Schranktüren.
Na bitte! Schon klingt es fast nach Forschungsprojekt.
Auch beim Essen sind wir erstaunlich habituell. Wir haben unsere Tasse, unseren Platz am Tisch, unsere Lieblingsseite der Zeitung und natürlich die eine ganz bestimmte Art, wie das Brot geschnitten werden muss. Wer daran etwas verändert, gefährdet möglicherweise den häuslichen Frieden.
Und dann gibt es die wirklich hartnäckigen Gewohnheiten: Man schaut auf die Uhr, obwohl man gerade erst auf die Uhr geschaut hat.
Man sucht die Brille und trägt sie bereits auf der Nase. Man geht in einen Raum und weiß nicht mehr, warum. Man nimmt das Handy in die Hand, obwohl man eigentlich nur den Timer für die Kartoffeln stellen wollte.
Das alles ist nicht zerstreut. Das ist habituell!
Ich finde, wir sollten überhaupt viel großzügiger mit diesem Wort umgehen.
Wenn jemand fragt:
„Warum machst du das eigentlich immer so? Dann einfach ganz gelassen: „Das ist habituell.
Und schon muss man sich nicht weiter erklären.
Anne Seltmann 18.08.2026, 13.49| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Sprachsalat à la carte, habituel, Fremdwort, Fremdworte,


Zutaten
1 EL Olivenöl
400 g gegarter Brokkoli
1 rote Zwiebel, fein gehackt
100 g geriebene Karotte
½ Paprika, gewürfelt
50 g Mais
70 g geriebener Parmesan-Käse
50 g Feta
4 Eier
Salz und Pfeffer
etwas Chili nach Geschmack
Gewürze nach Geschmack
etwas Petersilie zum Bestreuen
Zubereitung
Zuerst darf der Brokkoli eine kleine Runde im heißen Wasser drehen, bis er schön weich ist. Währenddessen bekommen Karotte, Paprika und Zwiebel ihren großen Auftritt: raspeln, schnippeln und hacken, was das Zeug hält.
Die Backform wird mit etwas Olivenöl verwöhnt. Dann kommt der Brokkoli hinein und wird ein bisschen plattgedrückt – schließlich soll er später die gemütliche Grundlage unserer Quiche bilden.
Jetzt darf sich das restliche Gemüse dazugesellen: Karotte, Paprika, Mais und Zwiebel einfach bunt darüber verteilen. Käse und zerbröselter Feta dürfen natürlich auch nicht fehlen – schließlich soll es am Ende nicht nur gesund, sondern auch lecker werden.
Die Eier in einer Schüssel ordentlich verquirlen und mit Salz, Pfeffer und – wer es gerne etwas feuriger mag – einer Prise Chili würzen. Die Eiermischung anschließend über das Gemüse gießen, sodass sich alles schön miteinander verbindet.
Ab damit in den Ofen: bei 190 °C Ober-/Unterhitze etwa 25–30 Minuten backen, bis die Eier gestockt sind und die Oberfläche appetitlich goldbraun aussieht.
Zum Schluss noch ein bisschen Petersilie darüberstreuen – und fertig ist die Gemüseparty aus dem Ofen!
Kleiner Tipp: Ein paar Minuten stehen lassen, bevor du sie anschneidest. Dann hält die Quiche besser zusammen – sofern die hungrigen Mitesser ihr überhaupt diese Zeit gönnen.
Anne Seltmann 18.08.2026, 08.20| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: KulinarischePerlen | Gemüsequiche, Brokkoli, Tarte,

666.
Eine Zahl, bei der man normalerweise nicht unbedingt als Erstes an ein Herz denkt. Aber heute schon. Denn heute gibt es hier das 666. Montagsherz. Und was könnte besser dazu passen als dieses kleine Herz, das sich ziemlich mutig zwischen Messer und Gabel gelegt hat?
Es sitzt da ganz allein auf dem weißen Teller. Unbewaffnet. Unverdaulich. Und offensichtlich völlig ahnungslos, was ihm bevorstehen könnte. Vielleicht ist es aber auch einfach nur schlau.
Denn nach 666 Montagen weiß ein Herz schließlich, wie man sich behauptet. Es hat Sturm und Sonnenschein überstanden, Alltag und Feiertage, gute und weniger gute Zeiten. Es wurde gesucht, gefunden, fotografiert und hier jeden Montag auf den Tisch gelegt.
Manchmal war es groß und offensichtlich. Manchmal musste man schon genauer hinsehen. Und manchmal war es einfach nur ein kleines Stückchen Herz mitten in einer mitunter völlig herzlosen Welt.
666 Herzen später denke ich vor allem: Was für eine schöne, verrückte Reise! So viele kleine Entdeckungen. So viele Montagsmomente. So viele Male dieses: „Da ist ein Herz!
Und nun liegt es hier. Zwischen Messer und Gabel. Vielleicht als kleine Erinnerung daran, dass man sein Herz im Leben manchmal ziemlich gut beschützen muss. Aber eben nicht immer. Denn ein Herz, das sich niemals zeigt, kann auch nicht gefunden werden.
Also bleibt es dabei:
666 Montagsherzen – und kein bisschen herzlos.
Und das nächste wartet schon.
Auf zum 667. Herz am

31. August 2026
Zu eurer Erinnerung:
Am 21. Februar 2011 ist das Montagsherz online gegangen. Bis zum 17. März 2022 wurden Woche für Woche Herzen in allen Formen gesammelt – so viele kreative, liebevolle und besondere Entdeckungen.
Dann hat Anette mir dieses schöne Projekt anvertraut und mir auch den Button links unten übergeben. Ich habe mich sehr darüber gefreut – und bin ihr bis heute dankbar, dass ich diese Tradition weiterführen darf.
Anne Seltmann 17.08.2026, 05.41| (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Montagsherz, Herz, Frau Waldspecht, Messer, Gabel, Teller, 666,