Geheimnis am Morgen
Am frühen Morgen trat ich auf den schmalen Balkon
meines kleinen Studios am Hafen.
Der Himmel war noch bleich, doch am Horizont färbte sich der Sonnenaufgang
langsam orange. Die Wellen schlugen rhythmisch gegen die Kaimauer
und spülten den feuchten Tang an das Ufer.
Ich lehnte mich vorsichtig gegen die kalte Metallbrüstung und
verschränkte meine Arme davor. Ein kurzer Blick in die Gasse
unter mir ließ meine alte Unruhe wieder aufflammen.Gerade als ich mich
wieder umdrehen wollte, hörte ich ein seltsames Klappern hinter der Tür.
Neugierig öffnete ich sie und blieb abrupt stehen.
Mitten im Raum lag ein alter Ledekoffer, den ich dort noch nie gesehen
hatte. Zögernd kniete ich mich daneben und öffnete langsam den Deckel. Eigentlich
hatte ich heute Morgen nur vor, das Studio gründlich zu putzen. Schließlich
sollten später neue Mieter kommen und alles sollte ordentlich wirken. Doch
jetzt fragte ich mich, wer den Koffer hier vergessen hatte. Draußen
rauschten weiterhin die Wellen, als ob das Meer selbst mein
Rätsel beobachten würde.
Hast du auch Lust auf eine freche Schreib-Spielerei von Manuela –
und das jeden Dienstag?
Dann misch mit!
Manuela startete in ihrem Blog ein Projekt für alle, die Spaß am Schreiben haben – ganz ohne Perfektionsdruck. Jede Woche gibt es einen neuen Lückentext: mal lustig, mal spannend, manchmal herrlich verrückt. Du füllst die freien Stellen mit deinen eigenen Ideen und schon entsteht deine ganz persönliche Kurzgeschichte.
So funktioniert Manuelas Projekt:
Lies
den Lückentext der Woche (keine Ausreden!
).
Fülle die Lücken – spontan, kreativ oder völlig überdreht. Alles ist erlaubt!
Teile deine Version:
Also los – Tastatur warmmachen und zeigen, was in dir steckt!
Anne Seltmann 10.03.2026, 16.24| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Mitmachaktion, Geschichte, Manuela,

Manchmal bleiben meine Gedanken an ganz alltäglichen Dingen hängen. Neulich zum Beispiel am Postkasten – oder heißt es eigentlich Briefkasten? Während ich darüber nachdachte, merkte ich, dass ich beide Wörter ganz selbstverständlich benutze, ohne je wirklich darüber nachgedacht zu haben, woher sie kommen oder ob sie vielleicht sogar unterschiedliche Dinge meinen.
Der Briefkasten ist sprachlich der einfachere und ältere Begriff. Er beschreibt schlicht einen Kasten, in dem Briefe landen. Früher hing so ein Kasten meist direkt am Haus – dort, wo der Postbote seine Sendungen einwarf. Und genauso kennen wir ihn bis heute: als den kleinen Kasten an der Haustür oder am Gartenzaun.
Der Postkasten dagegen entstand mit der Entwicklung des organisierten Postwesens. Als im 19. Jahrhundert immer mehr Briefe verschickt wurden, stellte die Post öffentliche Kästen auf Straßen und Plätzen auf. In diese konnte man seine Briefe einwerfen, damit sie von der Post abgeholt und weitertransportiert wurden. Weil diese Kästen zur Post gehörten, nannte man sie Postkästen.
So hat sich im Alltag ganz still eine kleine Unterscheidung entwickelt:
Der Briefkasten hängt am Haus – der Postkasten steht auf der Straße.
Übrigens reicht die Idee solcher Einwurfkästen viel weiter zurück, als man denkt. Einer der ersten bekannten Briefkästen wurde bereits 1653 in Paris aufgestellt. Seitdem begleiten uns diese unscheinbaren Kästen durch den Alltag – meistens unbemerkt, manchmal aber auch voller kleiner Überraschungen.
Anne Seltmann 10.03.2026, 15.32| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Ich seh rot 2016, Ich seh rot 2017, Ich seh rot 2019, Ich seh rot 2018, rot, Ich seh rot 2020, Ich seh rot 2021, Ich seh rot 2022, Ich seh rot 2023, Ich seh rot 2024, Ich seh rot 2025, Ich seh rot 2026, Postkasten, Briefkasten,


Anne Seltmann 10.03.2026, 05.00| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | DAD, DigitalArt Dienstag, Jutta, Schloss Dyck,