Thema: PerlenhafteProjekte

Inspiriert durch >> Kreasoli << , musste ich einmal ins Archiv greifen, um euch meine Pfingstrose zu zeigen.
Die Pfingstrose ist eine Blume, die sich Zeit lässt – und
genau darin liegt ihr Zauber.
Wo andere Pflanzen schnell kommen und gehen, baut sie Spannung auf: feste
Knospen, die wirken, als würden sie ein Geheimnis hüten. Und dann, fast über
Nacht, öffnet sie sich in eine üppige, duftende Blüte, so weich und
vielschichtig, dass sie eher wie ein Versprechen wirkt als wie eine Pflanze.
Ihre Farben reichen von zartem Weiß über pudriges Rosa bis hin zu kräftigem Purpur. Oft wirkt sie ein wenig verschwenderisch – als hätte sie beschlossen, Schönheit nicht sparsam, sondern großzügig zu verteilen.
Dann habe ich mich auf die Suche begeben, um zu sehen, woher der Name eigentlich kommt. Ich muss das immer wissen.
Der Name Pfingstrose hat einen ganz einfachen, fast
bodenständigen Ursprung:
Sie blüht rund um das christliche Fest Pfingsten – meist im späten Frühling bis
Frühsommer. So wurde sie im Volksmund zur „Rose von Pfingsten, obwohl sie
botanisch gar keine Rose ist, sondern zur Gattung Paeonia gehört.
Hinter ihrem wissenschaftlichen Namen steckt jedoch eine
alte Geschichte:
In der griechischen Mythologie war Paeon ein Schüler des Heilgottes Asklepios.
Paeon heilte mit einer Pflanze, die so wirksam war, dass sie den Neid seines
Lehrers erregte. Um ihn zu schützen, verwandelten die Götter ihn in eben diese
Blume – die Pfingstrose.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Fülle und
Flüchtigkeit, die die Pfingstrose so besonders macht.
Sie blüht nicht lange – aber intensiv.
Und gerade weil sie sich nicht festhalten lässt, wird jeder Moment mit ihr
kostbar.
In Gärten steht sie oft für Liebe, Glück und Reichtum – in
manchen Kulturen sogar für ein gutes, erfülltes Leben.
Und wer einmal eine Pfingstrose beim Aufblühen beobachtet hat, versteht
schnell, warum.
Anne Seltmann 17.04.2026, 06.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL




Diese Aufnahmen entstanden auf der Rücktour unserer Rom-Reise.
Nur wenige Stunden vorher von der Sonne verwöhnt, sind wir regelrecht in ein Schneechaos geraten.
Zwischen Florenz und Bologna, zeigte sich das Wetterchen von der eisigen Seite.
Anne Seltmann 16.04.2026, 15.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Katzen schaffen es zuverlässig, genau den Platz auf dem Sofa zu wählen, den ihr Mensch als Nächstes nutzen wollte.
Setzt man sich trotzdem, schaut die Katze, als hätte man gerade internationales Recht verletzt.

>> Christianes Doseninhalte <<
Anne Seltmann 15.04.2026, 10.27 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Als der Strandkorb laufen lernte
In den Anfangsjahren war der >> Strandkorb << noch ein Luxusgut.
Wer darin sitzen wollte, musste ihn nicht nur mieten – er wurde oft eigens zum
gewünschten Platz getragen.
An vielen Badeorten gehörte es deshalb lange zum Strandbild, dass Angestellte morgens Dutzende Strandkörbe an den Strand schleppten, sie nach Sonnenstand ausrichteten und abends wieder einsammelten.
Später bekamen viele Modelle kleine Rollen oder wurden auf Schienen bewegt, damit man sie leichter dem Wind oder der Sonne anpassen konnte.
Und bis heute gibt es an manchen Küstenorten die Tradition, dass Strandkörbe morgens „ausgerichtet und abends wieder geschlossen werden – fast wie ein kleines tägliches Ritual.
So wurde aus einem schlichten Schutzmöbel ein Kultobjekt mit eigener Choreografie.
Anne Seltmann 15.04.2026, 06.29 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Herz sagt „Auf Wiedersehen"
und bleibt doch noch einen Moment.
Als hätte es Zeit,
sich sanft von uns zu lösen.
Der Montag geht nicht einfach vorbei –
er legt sich leise ab
und wartet irgendwo darauf,
dass wir ihn wiederfinden.
Nun möchte ich eure Herzen finden. Ich bin gespannt!
Nächster Termin:

27. April 2026
Anne Seltmann 13.04.2026, 05.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Worüber machst du dir im Hinblick auf die Zukunft
am meisten Sorgen?
So taff ich meist durchs Leben gehe, gibt es doch Gedanken, die mir Angst machen. Der größte ist der, meinen Mann eines Tages zu verlieren – weil ich mir kaum vorstellen kann, wie ein Leben aussehen soll, in dem ausgerechnet dieser Mensch fehlt.
Und dann sind da meine Enkelkinder. Wenn ich auf ihre Zukunft blicke, sorge ich mich, dass ihnen die Welt vieles nehmen könnte, was für meine Kindheit selbstverständlich war: Unbeschwertheit, Sicherheit, die Freiheit, einfach Kind sein zu dürfen. Vielleicht fürchte ich am meisten nicht das Älterwerden selbst, sondern eine Zukunft, in der die Menschen, die ich liebe, weniger Leichtigkeit erfahren, als sie verdienen!
Anne Seltmann 12.04.2026, 07.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Zwischen Farbe und Wind
zwischen den stängeln
die sich nicht entscheiden
ob sie stehen oder fließen
ein atmen aus farbe
das keiner ordnet
rosa tastet sich an orange vorbei
blau behauptet nichts
gelb fällt einfach ins licht
du siehst:
wie alles gleichzeitig geschieht
und nichts darauf wartet
benannt zu werden
die wiese—kein ort
eher ein geschehen
hier
verliert sogar der wind
kurz die richtung
und bleibt
in einem blütenrand hängen
als hätte jemand
für einen moment
die welt nicht erklärt
sondern
offen gelassen
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 10.04.2026, 09.19 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


sie stehen nicht lange
und doch stehen sie
als hätten sie zeit
ein rund
aus weiß
so leicht
dass es fast schon
verschwindet
im sehen
man könnte glauben
sie warten
aber worauf
nicht auf uns
nicht auf das bleiben
eher
auf ein lösen
der wind kommt
ohne sich anzukündigen
streift nur
und schon beginnt es
kein plötzlich
kein bruch
mehr ein nachgeben
ein samen
dann noch einer
als würde sich etwas erinnern
dass es nie gehalten war
sie gehen
nicht weg
sie verteilen sich
in richtungen
die niemand benennt
und das feld
verändert sich
ohne sich zu bewegen
es wird leerer
und gleichzeitig weiter
man steht davor
und versteht es nicht ganz
dieses
fast
dieses
gleich nicht mehr
und doch
bleibt etwas
nicht sichtbar
nicht greifbar
eher ein wissen
dass nichts
dafür gemacht ist
zu bleiben
und dass genau darin
eine form
von leichtigkeit liegt
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 09.04.2026, 05.58 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es war einer dieser ruhigen Nachmittage, an denen nichts wirklich passiert. Das Fenster stand einen Spalt offen, draußen bewegten sich die Blätter kaum, und das Licht fiel weich in den Raum. Der Platz auf dem Sofa war eben noch frei gewesen. Ein Kissen, leicht eingedrückt, noch warm von dem, der gerade aufgestanden war. Es dauerte nicht lange. Als wäre sie gerufen worden, kam die Katze lautlos ins Zimmer. Kein Zögern, kein Suchen. Sie sprang auf das Sofa, setzte eine Pfote nach der anderen genau dorthin, wo eben noch jemand gesessen hatte. Sie drehte sich einmal, zweimal, bis alles passte. Dann legte sie sich.
Der Körper wurde weich, der Atem ruhig. Die Augen schlossen sich, aber nicht ganz. Ein schmaler Spalt blieb, als würde sie die Welt nicht völlig loslassen wollen. Als der Mensch zurückkam, blieb er stehen. Der Platz war nicht mehr frei.Typisch!

>> Christianes Doseninhalte <<
Anne Seltmann 08.04.2026, 08.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL