Tag: Farben



Es gibt Farben, die drängen sich nicht in den Vordergrund. Sie sind einfach da – still, ein wenig geheimnisvoll und manchmal erst auf den zweiten Blick richtig intensiv.
Lila gehört für mich genau zu diesen Farben.
Als ich gelesen habe, dass Niwibo sucht … Lila, musste ich nicht lange überlegen. Drei Bilder habe ich herausgesucht, die für mich ganz unterschiedliche Seiten dieser Farbe zeigen.
Das erste ist ganz zart: Vergissmeinnicht in verschiedenen Blau- und Lilatönen. Kleine Blüten, die aussehen, als hätten sie sich ein Stück Himmel geschnappt. Dazu dieses weiche Bokeh im Hintergrund – ein bisschen verträumt, ein bisschen märchenhaft. Und irgendwie passt der Name Vergissmeinnicht ja wunderbar zu einem Bild, das man am liebsten gar nicht vergessen möchte.
Das zweite Bild ist ganz anders. Ein weit ausladender Palisanderholzbaum, der seine violette Blütenpracht vor einem fast unwirklich hellen Himmel ausbreitet. Der Jacaranda, wie er auch genannt wird, gehört für mich zu den Bäumen, die aussehen, als hätte die Natur beim Malen ein wenig übertrieben – und gerade deshalb sind sie so wunderschön.
Und dann kommt das Heidekraut.
Lila bis zum Horizont.
Dazwischen warmes Licht, kleine Blüten und dieses Gefühl eines Spätsommertages, an dem die Sonne schon ein wenig tiefer steht. Das Lila wirkt hier fast wie ein Teppich, über den das goldene Licht der Sonne streicht.
Drei Bilder, drei völlig unterschiedliche Stimmungen – und doch verbindet sie dieselbe Farbe.
Vielleicht ist genau das das Schöne an Lila:
Es kann zart und leise sein,
üppig und wild,
oder warm und leuchtend.
Und vielleicht ist Lila deshalb eine Farbe für Träumer. Eine Farbe zwischen Himmel und Erde, zwischen Blau und Rot, zwischen Wirklichkeit und ein bisschen Fantasie.
Anne Seltmann 09.08.2026, 10.36 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL




Als ich das neue Monatsthema „Beige gelesen habe, musste ich sofort an Rom denken, wo wir kürzlich waren. Kaum eine Stadt verbindet man so sehr mit warmen Sand-, Creme- und Beigetönen wie die Ewige Stadt. Schlendert man durch ihre Gassen, scheint fast jedes Gebäude in diesen sanften Farben zu leuchten – mal honigfarben, mal ocker, mal fast elfenbeinfarben.
Das liegt nicht nur am mediterranen Licht, sondern auch an den Baumaterialien. Viele historische Gebäude wurden aus Travertin, einem hellen Kalkstein, errichtet. Besonders bekannt ist der Travertin aus Tivoli, östlich von Rom, der schon in der Antike verwendet wurde. Das Kolosseum, der Petersplatz oder der Trevi-Brunnen – sie alle verdanken diesem Naturstein ihre charakteristischen warmen Farbtöne. Hinzu kommen Fassaden aus Putz in Erdfarben, die das Stadtbild bis heute prägen.
Für mich sind diese Beigetöne alles andere als langweilig. Sie verleihen Rom eine zeitlose Eleganz und bilden eine wunderbare Bühne für das bunte Leben auf den Straßen.
Deshalb kommen meine vier Beiträge zum Thema „Beige heute direkt aus Rom – einer Stadt, die zeigt, wie vielfältig und lebendig eine einzige Farbe sein kann.
Anne Seltmann 04.07.2026, 18.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Blau ist meine Lieblingsfarbe. Das war sie schon, bevor ich wusste, warum.
Vielleicht liegt es daran, dass Blau für mich Weite bedeutet. Als Kielerin genügt oft ein Blick aufs Meer, um zu verstehen, warum mich diese Farbe so berührt. Das Blau von Wasser und Himmel schenkt mir Ruhe, selbst an Tagen, an denen die Gedanken kreisen.
Blau drängt sich nicht in den Vordergrund. Es ist keine Farbe, die laut um Aufmerksamkeit bittet. Sie ist einfach da – beständig, verlässlich und tief. Genau das mag ich an ihr.
Für mich steht Blau für Freiheit. Für den Horizont, der immer ein Stück weiter reicht, als das Auge sehen kann. Für die Sehnsucht nach neuen Wegen und gleichzeitig für das Gefühl, angekommen zu sein.

Blau hat aber auch etwas Nachdenkliches. Es lädt zum Innehalten ein. Während Gelb mich aufrichtet und wach macht, lässt Blau mich durchatmen. Es schenkt meinen Gedanken Raum und meiner Seele eine kleine Pause.
Vielleicht liebe ich Blau deshalb so sehr. Weil diese Farbe alles vereint, was mir wichtig ist: Ruhe und Weite, Tiefe und Leichtigkeit, Sehnsucht und Geborgenheit.

Und wenn ich meine Augen schließe und an Blau denke, sehe ich nicht nur eine Farbe. Ich sehe den Himmel über der Ostsee, das Glitzern der Wellen und einen Horizont, der mich immer wieder daran erinnert, wie groß und schön die Welt sein kann.


Anne Seltmann 02.06.2026, 17.48 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Für mich ist Gelb nicht das grelle, laute Signalgelb. Es ist das Gelb des Morgenlichts.
Es steht für meine innere Klarheit – für dieses ruhige Verstehen, das sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern einfach da ist. Ich bin kein Mensch, der mit Energie um sich wirft. Ich setze mein Licht lieber dosiert ein. Fein. Bewusst.

Gelb bedeutet für mich geistige Beweglichkeit. Ich denke gern nach, stelle Fragen, bewege mich in Zwischenräumen. Meine Neugier ist keine flüchtige – sie ist ein echtes Bedürfnis zu begreifen, statt nur zu reagieren. In diesem Sinne ist Gelb für mich die Farbe des Denkens.
Gleichzeitig erinnert mich Gelb an Sichtbarkeit. Nicht an Bühne oder Rampenlicht – sondern an dieses stille "Ich bin da." Wie Morgendunst im Sonnenlicht: Man muss genau hinsehen, aber wenn man hinsieht, erkennt man Tiefe.

Manchmal brauche ich Gelb auch als Gegengewicht. Weil ich leise bin. Weil ich viel wahrnehme. Weil mich Dinge berühren, die andere vielleicht übergehen. Gelb erinnert mich daran, hell zu bleiben – nicht hart zu werden und mich nicht kleiner zu machen, nur weil andere lauter sind.
Anne Seltmann 02.03.2026, 08.39 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL




Rosa ist eine Farbe, die oft unterschätzt wird. Zu weich, zu lieblich, zu harmlos – so lauten die schnellen Urteile. Doch Rosa ist kein leiser Nebenklang. Es ist eine Farbe mit Erinnerung, Widerspruch und erstaunlicher Tiefe.
Rosa entsteht aus Rot und Weiß, aus Energie und Ruhe. Vielleicht liegt genau darin seine Kraft: Es schreit nicht, es drängt sich nicht auf, aber es bleibt. Rosa wirkt dort, wo andere Farben schon fertig sind. Es berührt, statt zu überzeugen.
In der Kunst taucht Rosa immer wieder dort auf, wo Grenzen verschwimmen. Zwischen Ernst und Spiel, Stärke und Verletzlichkeit, Realität und Traum. Rosa kann trösten, aber auch irritieren. Es kann kindlich wirken oder radikal modern. Je nach Kontext verändert es seine Haltung – fast wie ein Chamäleon der Gefühle.
Gerade in surrealen Bildwelten entfaltet Rosa eine besondere Wirkung. Es macht das Ungewöhnliche zugänglich, ohne es zu erklären. Es lädt ein, genauer hinzusehen, sich einzulassen, statt sofort zu verstehen. Rosa öffnet Räume.
Vielleicht ist Rosa deshalb heute wieder so präsent: weil es keine eindeutige Antwort gibt. Weil es erlaubt, weich zu sein, ohne schwach zu wirken. Und weil es daran erinnert, dass nicht alles laut sein muss, um Bedeutung zu haben.
Anne Seltmann 02.02.2026, 06.21 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wie an jedem ersten Tag im Monat startet >> Nicole
<< wieder ein kleines "Niwibo sucht…".
Und diesmal hat sie sich etwas Neues überlegt: Wir widmen uns den FARBEN. Ein ganzes Jahr lang möchte sie gemeinsam mit uns die
Welt ein bisschen bunter machen - Monat für Monat, Schritt für Schritt. Beginnen möchte sie im Januar mit weiß!

Weiß ist mehr als "keine Farbe". Sie steht für Anfang und Möglichkeit ... wie ein unbeschriebenes Blatt, das darauf wartet, gefüllt zu werden. In vielen Kulturen symbolisiert Weiß Klarheit, Frieden und Reinheit, aber auch Ruhe nach einem bewegten Jahr. Sie erinnert an frischen Schnee, der alles für einen Moment leiser macht und uns einlädt, neu zu sortieren.

Gleichzeitig hat Weiß etwas Beschützendes: Licht, das den Raum öffnet und Orientierung gibt. Sie lässt Dinge atmen, schafft Abstand und schenkt Weite. Und vielleicht liegt genau darin ihre Magie ... Weiß drängt sich nicht auf, sondern schafft Platz für das, was entstehen will: neue Gedanken, neue Wege, neue Hoffnung.

Anne Seltmann 01.01.2026, 14.12 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Die Leinwand atmet salzige Luft,
der Pinsel tanzt auf wogender See.
Ein Strich, ein Schatten, ein leises Tosen –
die Wellen kommen und gehen.
Das Weiß der Gischt, das tiefe Blau,
ein einsamer Mast ragt in den Himmel.
Der Maler hält inne, lauscht dem Meer,
das nur er hier hören kann.
Er setzt einen Möwenflügel ins Licht,
verwischt die Ferne mit sanfter Hand.
Der Horizont flimmert,
als könnte man ihn berühren.
Dann legt er den Pinsel zur Seite.
Das Meer ist gefangen,
und doch unendlich frei.

29.01.2025, 06.11 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL



18.01.2025, 15.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL





Anne Seltmann 03.10.2024, 15.27 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

"Leben mit Büchern" war ein Projekt von Kerkis Farbenklekse. Leider existieren der Blog und somit das Projekt nicht mehr. Doch hin und wieder möchte ich das eine oder andere Buch vorstellen.
So heute die Buchserie von * Jan Beck "Das Spiel" (1), "Die Nacht" (2), "Die Spur" (3), die in kurzen Kapiteln eingeteilt sind. Es gibt mehrere parallele Lebensgeschichten und immer wieder Perspektivwechsel, die die Spannung steigerten.
Nachdem ich all DREI Bände gelesen habe, die immer auf höchstem Niveau waren, freue ich mich nun auf Band "Das Ende" (4), welches gestern angekommen ist. Die Bücher haben Suchtpotenzial! Sie sind spannend und für alle Krimi-Liebhaber*innen ein absolutes Muss!
Die Protagonisten Europol Agentin Inga Björk und Kommissar Christian Brand, die durch die mysteriösen Morde zu einem Team werden, sind interessante Figuren. Ihn empfinde ich als ehrlichen und zuverlässigen Ermittler, sie hingegen, (als Europol-Super Recognise) ist die unnahbare, scheinbar kalte und geheimnisvolle, mir dennoch sympathische Protagonistin.
[* Namensnennung und unbezahlte Werbung]
Anne Seltmann 21.06.2023, 08.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL