Tag: Fremdwörter

Whataboutism ist die hohe Kunst, auf eine Frage zu antworten, indem man eine völlig andere stellt.
Typisches Beispiel:
Person A:
„Wir sollten über dieses Problem sprechen.
Person B:
„Ja, aber was ist mit dem anderen Problem?
Und schon wird das ursprüngliche Thema verlassen.
Voilà: Willkommen im Land des Whataboutism.
Oder anders gesagt:
Whataboutism ist wie Tischtennis spielen, nur dass der Ball nie auf der eigenen Seite aufkommen darf.
Man könnte das Wort auch so beschreiben:
Statt das Schlagloch vor der eigenen Haustür zu reparieren, zeigt man auf das Schlagloch drei Straßen weiter und ruft:
„Aber das da ist viel größer!
Der eigentliche Trick dabei:
Es geht nicht darum, ein Problem zu lösen, sondern davon abzulenken.
Mein Lieblingsbild dazu:
Whataboutism ist der rhetorische Versuch, einen Elefanten im Wohnzimmer unsichtbar zu machen, indem man auf eine Giraffe im Nachbarhaus zeigt.
Oder ganz kurz:
Whataboutism: Die Fähigkeit, jedes Gespräch erfolgreich in eine andere Richtung zu lenken, ohne jemals die ursprüngliche Ausfahrt zu nehmen.
Anne Seltmann 08.06.2026, 05.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Heute: Firlefanz – Das wunderbare Wort für hübschen Unsinn
Es gibt Wörter, die klingen schon beim Aussprechen so, als würden sie geschniegelt mit einer Federboa durchs Wohnzimmer tanzen. „Firlefanz gehört eindeutig dazu.
Gemeint ist damit meist:
unnötiger Schnickschnack, albernes Getue, übertriebener Aufwand oder einfach hübsch verpackter Unsinn.
Also Dinge, bei denen man leicht die Augen verdreht und gleichzeitig ein bisschen schmunzeln muss.
Das Wort selbst wirkt schon wie ein kleiner Sprachclown.
Niemand sagt ernst und streng:
„Bitte unterlassen Sie diesen Firlefanz. Nein—Firlefanz stolpert eher fröhlich durchs Gespräch, wirft Glitzer in die
Luft und setzt sich dann ungefragt mit an den Kaffeetisch.
Früher wurde damit oft übertriebenes Gehabe oder unnützer Zierrat beschrieben. Heute passt es eigentlich perfekt auf:
manche Social-Media-Trends,
komplizierte Küchengeräte mit 37 Programmen,
Geschenkverpackungen, die schöner sind als der Inhalt,
oder Menschen, die für einen Einkauf von drei Brötchen aussehen, als würden sie gleich die Oscarverleihung moderieren.
Und ehrlich? Ein bisschen Firlefanz macht das Leben manchmal erst schön.
Nicht alles muss praktisch sein.
Manches darf einfach glitzern, klimpern oder völlig überflüssig Freude machen.
Die Welt wäre ohne Firlefanz vermutlich ordentlicher —
aber auch deutlich langweiliger.
Anne Seltmann 21.05.2026, 13.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL