
Oder: Wie man aus einem Menschen mehrere macht!
Neulich bin ich über eine Frage gestolpert, die mich neugierig gemacht hat: Woher kommt eigentlich unser höfliches „Sie? Wer hat sich das ausgedacht? Und warum tun wir so, als wären wir mehrere Personen, wenn wir doch nur mit einem einzigen Menschen sprechen?
Ich finde, das klingt verdächtig nach einer sprachlichen Verschwörung!
Aber der Reihe nach.
Früher war das Leben auch nicht einfacher
Im Mittelalter war die Sache mit der Anrede noch einigermaßen übersichtlich. Wer einem vertraut war, wurde geduzt. Bei höhergestellten Personen konnte man dagegen schon einmal das ehrerbietige „Ihr auspacken.
Man sprach also einen einzigen Menschen an, als hätte er gleich eine ganze Mannschaft im Schlepptau.
„Ihr habt gerufen?
Nein, lieber Herr Graf, ich habe nur Sie gemeint. Ihre Mannschaft kann draußen bleiben!
Doch damit war die Entwicklung längst nicht abgeschlossen.
Dann wurde es richtig kompliziert
Irgendwann kamen weitere Anredeformen ins Spiel. Man sprach Menschen beispielsweise mit „Er oder „Sie an. Das klang ungefähr so:
„Hat Er schon gespeist?
Oder:
„Wünscht Sie noch etwas Tee?
Man stelle sich das heute einmal beim Bäcker vor.
„Hat Sie noch einen Wunsch?
„Ja, zwei Brötchen und ein Schwarzbrot. Und wenn Sie schon dabei sind: Könnten Sie bitte wieder normal mit mir reden?
Aber damals galten solche Formen als Ausdruck gesellschaftlicher Rangordnung. Wer wen wie ansprach, konnte eine ziemlich deutliche Botschaft enthalten. Höflichkeit war eben nicht nur eine Frage guter Manieren, sondern auch eine Frage des Standes.
Das „Sie betritt die Bühne
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus unser heutiges höfliches „Sie. Etwa um 1800 hatte es sich weitgehend durchgesetzt.
Und plötzlich konnten wir einen einzelnen Menschen ansprechen, als würden wir mit mehreren reden.
„Haben Sie heute schon Kaffee getrunken?
Ja, habe ich. Aber ich bin trotzdem nur eine Person!
Das Verb steht bei der höflichen Anrede in der dritten Person Plural. Wir sagen also „Sie haben, obwohl wir nur einen Menschen meinen.
Die deutsche Sprache kann eben kompliziert sein. Manchmal habe ich den Verdacht, sie macht das nur, um uns wachzuhalten.
Und dann kommt die Großschreibung!
Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, wird das höfliche „Sie auch noch großgeschrieben.
Denn schließlich müssen wir es von „sie unterscheiden.
„Sie sind heute aber früh dran.
Wer ist früh dran? Eine Dame? Ein Herr? Eine ganze Reisegruppe?
Und wenn ich schreibe: „Sie sind schon wieder da, kann das durchaus Respekt ausdrücken. Oder Verwunderung. Oder die leise Hoffnung, dass der Besuch diesmal nicht bis zum Abend bleibt.
Es kommt eben immer auf den Zusammenhang an.
Vom Sie zum Du – ein kleiner gesellschaftlicher Drahtseilakt
Heute ist das Ganze glücklicherweise etwas entspannter geworden. Trotzdem kann die Frage „Dürfen wir uns duzen? für einen kurzen Moment eine gewisse Spannung erzeugen.
Wer fragt zuerst? Ist das jetzt zu vertraulich? Darf ich das anbieten? Und was mache ich, wenn mein Gegenüber freundlich lächelt und sagt: „Ich würde lieber beim Sie bleiben?
Dann lächeln wir natürlich ebenfalls. Ganz souverän.
Und denken vielleicht: Na gut, dann bleiben wir eben vorerst mehrere Personen.
Dabei ist das Du doch herrlich unkompliziert. Zwei Menschen, ein Gespräch, keine grammatische Mehrfachbesetzung.
Wobei auch das Du seine Tücken hat. Man kann jemanden duzen und trotzdem ausgesprochen unfreundlich sein. Und man kann jemanden siezen und dabei so herzlich sein, dass jede Distanz verschwindet.
Die Anrede allein macht eben noch keinen guten Umgang miteinander.
Mein Fazit
Je länger ich darüber nachdenke, desto amüsanter finde ich unsere Sprache. Aus gesellschaftlichen Rangunterschieden wurde eine Höflichkeitsform, aus einem Menschen wurden grammatisch mehrere, und bis heute überlegen wir manchmal, ob wir jemanden mit Du oder Sie ansprechen sollen.
Vielleicht sollten wir die Sache nicht ganz so ernst nehmen.
Denn ob Du oder Sie – entscheidend ist doch, wie wir miteinander umgehen.
Und falls mich künftig jemand fragt: „Darf ich Sie etwas fragen?, werde ich natürlich freundlich antworten:
„Aber selbstverständlich! Solange Sie nicht gleich die ganze Verwandtschaft mitbringen.
In diesem Sinne: Bleiben wir höflich, wenn es angebracht ist, herzlich, wann immer es geht, und nehmen wir die deutsche Sprache nicht immer ganz so ernst.
Sie hat schließlich auch nur ihre Eigenheiten.
Oder sollte ich besser sagen: Sie haben ihre Eigenheiten?
Ach, lassen wir das. Ich gehe jetzt erst einmal einen Kaffee trinken. Ganz allein. Ohne grammatische Begleitung.
Anne Seltmann 16.10.2026, 16.10| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen | Sie, Du, Grammatik, Mittelalter, Höflichkeit,
Wenn du das Ende eines Buches umschreiben könntest welches würdest du wählen?
Ich gebe es ja zu: Bei einem guten Thriller kann ich nur schwer aufhören zu lesen. Wenn die Geschichte mich erst einmal gepackt hat, möchte ich wissen, was hinter all den geheimnisvollen Andeutungen steckt, wer ein falsches Spiel treibt und ob ich mit meiner Vermutung am Ende tatsächlich richtigliege. Manchmal glaube ich, den Täter längst durchschaut zu haben, und wenige Seiten später muss ich meine ganze Theorie wieder über Bord werfen. Genau das liebe ich!
Und dann kommt irgendwann das Ende. Der Fall ist gelöst, die letzten Puzzleteile fügen sich zusammen, und ich klappe das Buch zu. Manchmal zufrieden, manchmal überrascht – und gelegentlich sitze ich da und denke: Nein, das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein!
Denn nicht jedes Ende fühlt sich richtig an. Manchmal bleibt mir eine Figur im Kopf, deren Schicksal mich noch eine Weile beschäftigt. Manchmal hätte ich mir mehr Gerechtigkeit gewünscht oder einfach die Möglichkeit, dass nach all dem Schrecken noch etwas Gutes geschehen darf.
Deshalb finde ich die Frage so spannend: Wenn ich das Ende eines Buches umschreiben könnte – welches würde ich wählen?
Ich glaube, es wäre eines dieser Bücher, bei denen am Ende zwar der Fall gelöst ist, der Täter überführt wird und die Wahrheit ans Licht kommt, aber trotzdem ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Weil ein Mensch zu Unrecht verdächtigt wurde. Weil jemand, der es verdient hätte, glücklich zu werden, alles verloren hat. Oder weil das Schicksal mit einer Figur besonders grausam war.
Ich würde nicht unbedingt den Täter davonkommen lassen oder aus einem spannenden Thriller eine heile Welt machen wollen. Das wäre mir dann doch zu einfach. Aber vielleicht würde ich einer Figur, die so viel durchmachen musste, eine zweite Chance schenken. Einem Menschen, der alles verloren hat, einen Neuanfang ermöglichen. Oder dafür sorgen, dass am Ende nicht nur die Wahrheit ans Licht kommt, sondern auch ein kleines Stück Gerechtigkeit.
Denn manchmal wünsche ich mir, dass nicht immer die Bösen gewinnen und die Guten mit den Scherben ihres Lebens zurückbleiben.
Und vielleicht ist das auch der Grund, warum mich Thriller so faszinieren: Sie erzählen von den Abgründen, zu denen Menschen fähig sind, aber auch davon, wie viel Mut, Stärke und Hoffnung selbst in den dunkelsten Momenten stecken können.
Im wirklichen Leben können wir leider nicht einfach die letzten Seiten umblättern und ein anderes Ende schreiben. Aber in einem Buch? Da würde ich mir manchmal erlauben, der Geschichte noch eine Wendung zu schenken. Eine, die nicht unbedingt vorhersehbar ist, aber ein wenig versöhnlicher.
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Anne Seltmann 16.10.2026, 08.15| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Hand aufs Herz, Buch, Buchende,
Was diese Katze wohl denkt …
Ich sitze hier und beobachte euch Menschen.
Ihr redet, lauft herum, sucht eure Schlüssel, verlegt eure Brillen und habt ständig irgendetwas zu erledigen. Dabei ist das Leben doch eigentlich ganz einfach: einen gemütlichen Platz finden, die Pfoten ordentlich sortieren und die Welt auf sich zukommen lassen.
Natürlich könnte ich euch das erklären. Aber warum sollte ich?
Ich bin schließlich eine Katze. Ich muss nicht alles verstehen. Ich muss nur wissen, wann es Futter gibt, wo die Sonne durchs Fenster scheint und wer mir heute noch eine Streicheleinheit schuldet.
Und falls ihr euch fragt, warum ich euch gerade so ansehe: Ich habe euch durchschaut. Schon lange.
Also macht ruhig weiter mit eurem hektischen Treiben. Ich bleibe hier sitzen und bewahre die Ruhe.
Einer von uns beiden muss es ja tun.

Anne Seltmann 14.10.2026, 09.53| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Katze, Christiane, Doseninhalte, Miau-velous Moments,

Neulich habe ich ChatGPT gebeten, eine alte Blechdose mit allem zu füllen, was es über mich weiß. Mit Dingen, die typisch für mich sind, für meine Kreativität, meine Interessen und mein Leben. Und das Ergebnis seht ihr hier: eine türkisfarbene Schatzkiste voller kleiner Hinweise auf mich. Meine Fotografie, meine KI-Kunst, mein Blog Wortperlen, meine Liebe zum Meer, zu Blumen und Bienen – und noch einiges mehr.
Beim Betrachten dieser Dose kam mir plötzlich eine Frage: Wie viel erzähle ich ChatGPT eigentlich über mich? Schließlich plaudere ich dort ganz ungezwungen über kreative Ideen, meine Projekte, Reisen und manchmal auch über persönliche Dinge.
Was passiert mit all diesen Informationen? Bleibt das alles unter uns oder wandert doch mehr davon ins weite Netz, als mir lieb ist?
Meine Gespräche werden nicht automatisch öffentlich im Internet veröffentlicht. Trotzdem ist privat nicht unbedingt gleichbedeutend mit vollständig vertraulich. Deshalb lohnt es sich, die eigenen Datenschutzeinstellungen zu überprüfen und bewusst zu entscheiden, was man preisgeben möchte.
Ich möchte ChatGPT weiterhin als kreativen Helfer nutzen. Aber diese kleine Blechdose hat mich daran erinnert, dass sich aus vielen einzelnen Informationen ein ziemlich persönliches Bild zusammensetzen lässt.
Und jetzt bin ich neugierig: Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr KI bzw. Chat GPT und habt ihr euch schon einmal gefragt, was sie eigentlich alles über euch weiß?
Anne Seltmann 14.10.2026, 06.01| (5/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PrivatePerlen | Dose, Chat GPT, KI, Blechdose,
Wenn du sofort jede Fähigkeit perfekt beherrschen könntest:
Welche wäre das und warum?
Wenn ich sofort eine Fähigkeit perfekt beherrschen könnte, dann wäre es das Klavierspielen.
Ich spiele zwar Gitarre, Blockflöte und ein bisschen Ukulele, aber Klavier zu spielen, das hätte ich wirklich wahnsinnig gerne gelernt. Einfach dazusitzen, die Hände über die Tasten gleiten zu lassen und all die Melodien spielen zu können, die einem im Kopf herumschwirren … ach, das wäre ein Traum! Manche Wünsche begleiten einen eben ein Leben lang.
Anne Seltmann 12.10.2026, 10.42| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Hand aufs Herz, Fähigkeit, Klavier,

Mama & Papa – ganzjährig offen!
Da hängt es. Ein Herz aus Holz. Mit einer Botschaft, die keine Fragen offenlässt: „Hotel Mama & Papa – ganzjährig offen.
Na, wenn das mal kein Geschäftsmodell ist! Keine Saisonpause, keine Betriebsferien, kein Ruhetag. Frühstück gibts vermutlich nach Bedarf, die Wäsche wird mit etwas Glück auch noch erledigt und bei emotionalen Notfällen steht die Rezeption rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Gäste? Natürlich die lieben Kinder. Ob sie zwei, dreißig oder fünfzig sind, spielt offenbar keine Rolle. Wer einmal eingecheckt hat, kennt den Service und vergisst gern mal, dass Mama und Papa irgendwann auch gern Feierabend hätten.
Und das Beste: Beschwerden werden persönlich entgegengenommen, Sonderwünsche großzügig erfüllt und die Rechnung? Die wird aus Liebe einfach unter den Teppich gekehrt.
Ich frage mich nur: Gibt es eigentlich auch ein Wellnesspaket für Mama und Papa? Mit Ausschlafen, Kaffee ans Bett und dem exklusiven Service „Heute kümmern sich mal die anderen?
Das wäre doch mal eine Marktlücke!
Bis dahin gilt wohl: Hotel Mama & Papa – geöffnet bis
auf Weiteres. Check-out auf eigene Gefahr! 
Anne Seltmann 12.10.2026, 00.00| (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Montagsherz, Herz, Frau Waldspecht, Schleierkraut,

Intransigenz – oder: Warum manche Menschen sogar mit einer Wand diskutieren würden, wenn sie sicher wären, dass die Wand zuerst nachgibt.
Es gibt Wörter, die klingen, als hätte man beim Scrabble sämtliche Buchstaben übrig gehabt, die sonst keiner wollte. *Intransigenz* gehört definitiv dazu.
In-transi-genz ist die wunderbare Fähigkeit, auf seiner Meinung zu beharren. Und zwar unter allen Umständen. Selbst dann, wenn die Umstände längst die Koffer gepackt haben.
Der intransigente Mensch ist nämlich nicht einfach nur stur. Nein, das wäre viel zu gewöhnlich. Er ist stur mit akademischem Anspruch.
Während andere noch überlegen, ob sie vielleicht einen Fehler gemacht haben könnten, hat der Intransigente seine Meinung bereits einbetoniert und vorsichtshalber ein Schild angebracht: **Änderungen sind grundsätzlich ausgeschlossen.**
Ein kleines Beispiel: Du sagst, es regnet. Dein Gegenüber widerspricht. Du zeigst aus dem Fenster. Es schüttet wie aus Eimern. Die Antwort: „Das ist kein richtiger Regen. Früher hat es viel mehr geregnet!
Aha. Diskussion beendet, Wirklichkeit erfolgreich ignoriert.
Natürlich ist es gut, eine eigene Meinung zu haben. Aber man darf sie gelegentlich auch überprüfen. Der Kopf ist schließlich kein Museum, in dem jede alte Überzeugung unter Denkmalschutz steht.
Und wenn zwei intransigente Menschen aufeinandertreffen, entsteht ein Gespräch ohne Ausfahrt. Beide fahren im Kreis und sind überzeugt, dass alle anderen falsch abgebogen sind.
Mein Fazit: Manchmal ist es keine Niederlage, seine Meinung zu ändern. Es ist einfach gesunder Menschenverstand.
Und wer grundsätzlich niemals irrt, baut vermutlich gerade ein Ferienhaus auf dem Holzweg. Mit Meerblick. Obwohl gar kein Meer da ist.
Anne Seltmann 10.10.2026, 05.57| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Sprachsalat à la carte, Fremdwörter, Intransigenz, Fremdwort, ,


Festung Königstein – ein Wiedersehen beim Bilder-Sichten
Eigentlich hatte ich die Festung Königstein auf unserer Dresden Reise im Jahr 2024 schon einmal in einem Blogbeitrag erwähnt. Damals habe ich euch bereits ein bisschen von unserem Besuch auf diesem beeindruckenden Felsen erzählt.
Und heute Morgen passierte dann etwas ganz anderes: Beim Sichten meiner Fotos für Marius Naturdonnerstag liefen mir plötzlich diese Bilder wieder über den Weg. Und wie das ebenso ist mit alten Fotos – kaum sieht man sie wieder, sind auch die Erinnerungen sofort zurück.
Also dachte ich mir: Warum nicht noch einmal einen kleinen Abstecher zur Festung Königstein machen?
Schließlich ist dieser gewaltige Ort viel zu schade, um ihn einfach in irgendeinem Fotoordner verschwinden zu lassen. Hoch über der Elbe gelegen, wirkt die Festung schon von weitem beeindruckend. Und wenn man erst einmal oben angekommen ist, eröffnet sich eine fantastische Aussicht über das Elbsandsteingebirge und die Landschaft der Sächsischen Schweiz.
Also gibt es heute ein kleines Wiedersehen mit Königstein – nicht, weil ich euch etwas Neues erzählen könnte, sondern weil manche Orte es einfach verdient haben, noch einmal aus dem Bilderarchiv hervorgeholt zu werden.
Und manchmal braucht es dafür eben nur einen ganz normalen Donnerstagmorgen und ein paar Fotos, die einem plötzlich wieder vor die Augen kommen. Leider war das Wetter zu diesem Zeitpunkt nass und kalt, deshalb sind die Bilder alle etwas grau.
Anne Seltmann 09.10.2026, 10.53| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Marius Natur Thursday, Nature Thursday, Natur, Marius, Dresden, Festung Königstein, Elbsandsteingebirge, Sächsische Schweiz,


Spekulatius-Zimtschnecken – ich habs ausprobiert!
Als ich die Einladung bekam, das neue eRezept von Dr. Oetker auszuprobieren, war ich natürlich neugierig. Spekulatius und Zimtschnecken in einem? Das klingt schon ziemlich nach einer gefährlich guten Kombination.
Also habe ich mich ans Backen gemacht und das Rezept für Spekulatius-Zimtschneckenausprobiert.
Schon beim Lesen des Rezepts war klar: Hier kommen gleich mehrere Dinge zusammen, die ich in der kalten Jahreszeit ziemlich gerne mag. Zimt gehört für mich sowieso zu den Gewürzen, die sofort für ein bisschen Gemütlichkeit sorgen – und Spekulatius erinnert mich natürlich direkt an Advent, Kerzenschein und die ersten gemütlichen Nachmittage auf dem Sofa.
Dann ging es ans Kneten, Rollen, Bestreichen und schließlich ans Schneiden der Zimtschnecken. Und ich muss gestehen: Der Duft, der dabei durch die Küche zog, war schon mal ein ziemlich überzeugendes Argument.
Besonders spannend fand ich die Verbindung aus der klassischen Zimtschnecke und dem Spekulatiusgeschmack. Das Ergebnis ist eine schöne Mischung aus zimtig, würzig und herrlich winterlich.
Und natürlich musste ich nach dem Backen erst einmal probieren. Man will schließlich wissen, worüber man schreibt.
Mein Fazit: Die Kombination funktioniert richtig gut! Die Spekulatiusnote gibt den Zimtschnecken noch einmal einen ganz besonderen Geschmack und macht sie zu einem schönen Begleiter für eine Tasse Kaffee
Und wer jetzt selbst Lust bekommen hat, das Rezept auszuprobieren: Dr. Oetker verbindet die Rezeptaktion außerdem mit einem Gewinnspiel bis zum 18. Oktober 2026Da lohnt sich also nicht nur der Duft aus dem Backofen. Das Topping besteht aus Frischkäse und Schlagsahne und leider ist es nicht so hübsch drapiert. Egal!
Ich jedenfalls hatte beim Testen meinen Spaß – und am Ende natürlich auch etwas sehr Leckeres auf dem Teller. Manchmal darf ein Rezept eben ruhig ein kleines bisschen nach Weihnachten schmecken.
[*Dieser Beitrag ist im Rahmen eines Produkttests entstanden. Ich habe das eRezept von *Dr. Oetker ausprobiert und teile hier meine persönliche Erfahrung damit. Namensnennung und Verlinkung…unbeauftragt und unbezahlt ! ]
Anne Seltmann 08.10.2026, 10.58| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: KulinarischePerlen | Dr. Oetcker, Zimtschnecken, Gewinnspiel, Backclub,

Heute ist Tag der Badewanne
Heute darf sich die Badewanne einmal ganz offiziell wichtig nehmen. Denn in den Vereinigten Staaten wird am 7. Oktober der National Bathtub Day, der Tag der Badewanne, gefeiert.
Ein schöner Anlass, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie selbstverständlich eine warme Badewanne für uns heute eigentlich ist.
Wasser einlassen, vielleicht ein bisschen Schaumbad dazu, hineinsteigen und für eine Weile die Welt draußen lassen. Herrlich.
Dabei war ein eigenes Badezimmer mit fest installierter Badewanne, fließendem Wasser und vor allem einer eigenen Warmwasserversorgung lange keineswegs selbstverständlich. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Badezimmer für breite Bevölkerungsschichten zu einem normalen Bestandteil der Wohnung.
Heute müssen wir zum Glück nicht mehr überlegen, woher wir das warme Wasser bekommen.
Wir drehen einfach den Hahn auf.
Und wenn dann noch ein Pinguin neben der Badewanne steht …
tja, dann wird aus einem ganz normalen Bad eben doch wieder ein kleines
Abenteuer.
In diesem Sinne: Hoch die Füße und rein in die Wanne!
Anne Seltmann 07.10.2026, 05.24| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Badewanne, KI, Midjourney, Kuriose Feiertage,


häuser
stehen dicht beieinander,
als hätten sie
einander etwas zu erzählen.
blau an blau
schiebt sich der tag
über die wände.
vor der tür
wartet ein boot.
es hat
seine leiter vergessen,
seine fahrt
und vielleicht
auch die eile.
nur das meer
tut so,
als wäre nichts gewesen.
und irgendwo
hinter einem roten fenster
beginnt jemand
einen ganz neuen morgen.
~*~
© Anne Seltmann


Anne Seltmann 07.10.2026, 04.51| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Maritimer Mittwoch, Angela, Boot, Gedicht, Poem, KI, Midjourney,

Ich habs getan!
Nachdem ich schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem weiteren schönen Tattoo für mich war, habe ich irgendwann beschlossen: Warum nicht selbst entwerfen?
Also habe ich meine Idee zu Papier beziehungsweise auf den Bildschirm gebracht und mein ganz persönliches Motiv nach meinen Vorstellungen gestaltet. Und dann war da nur noch die Frage: Wer darf es auf meine Haut bringen?
Heute war es schließlich so weit. Ich hatte meinen Termin bei * Kingdom Tattoo in Kiel – einem Tattoo- und Piercingstudio, das individuelle Tattoos auf hohem Niveau anbietet.

Und was soll ich sagen? Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
Mein selbst entworfenes Wunschmotiv wurde ganz wunderbar umgesetzt und genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das ist für mich etwas ganz Besonderes, denn schließlich trägt man ein Tattoo nicht einfach nur – es gehört zu einem selbst.
Ein ganz großes Dankeschön geht deshalb an Lisa, die mich so freundlich und herzlich betreut hat. Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt und die ganze Atmosphäre als ausgesprochen angenehm empfunden.
Nun ist es also da, mein neues Tattoo. Ein Motiv, das aus meiner eigenen Idee entstanden ist und jetzt seinen festen Platz bei mir gefunden hat.
Ich habs getan. Und ich bin richtig glücklich damit!
Allerdings muss ich meinem Tattoo (zu meinem Geburtstag) eine Schleife verpassen, denn dies ist das Geburstagsgeschenk an mich von meinem Lieblingsmenschen.
Anne Seltmann 06.10.2026, 14.58| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PrivatePerlen | Tattoo, Kingdom Tattoo, Kiel, Geburtstag,

Wenn ich an Erntedank denke, sehe ich gefüllte Körbe, Kürbisse, Ähren, Äpfel und die warmen Farben des Herbstes vor mir. Aber hinter diesem Fest steckt eine Geschichte, die viel älter ist, als man vielleicht denkt.
Schon lange bevor es das christliche Erntedankfest gab, feierten Menschen den Abschluss der Ernte. Denn für die Menschen früher war eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit. Von dem, was auf den Feldern wuchs, hing ab, ob die Familie gut durch den Winter kam. Getreide, Obst und Gemüse bedeuteten Nahrung – und damit schlicht Leben.
Deshalb gab es in vielen Kulturen Feste, bei denen man für die Ernte dankte. Man feierte das Ende der anstrengenden Feldarbeit, brachte die ersten oder schönsten Früchte zusammen und dankte für das, was die Erde hervorgebracht hatte.
Auch im Christentum bekam dieser Gedanke seinen festen Platz. Erntedank wurde zu einem Fest des Dankes an Gott für die Gaben der Natur und für das tägliche Brot. In Deutschland wird es heute meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, wobei es regional auch andere Termine gibt.
Und vielleicht ist gerade das etwas Schönes: Ein Brauch, der aus einer Zeit kommt, in der Menschen noch sehr unmittelbar davon abhängig waren, was die Erde ihnen schenkte, hat sich bis heute erhalten.
Nur hat sich unser Blick auf die Ernte verändert.
Wir gehen in den Supermarkt und finden zu jeder Jahreszeit fast alles, was wir brauchen. Brot liegt fertig im Regal, Obst und Gemüse sind selbstverständlich geworden. Die wenigsten von uns müssen noch darüber nachdenken, ob die Ernte in diesem Jahr für den Winter reicht.
Und trotzdem tut es gut, sich einmal daran zu erinnern, wo all das beginnt.
Bei einem Samenkorn, das in die Erde fällt.
Bei Regen und Sonne.
Bei Menschen, die säen, pflanzen, pflegen und ernten.
Bei Feldern, die uns ernähren.
Und bei einer Natur, von der wir viel selbstverständlicher leben, als uns
manchmal bewusst ist.
Vielleicht ist Erntedank deshalb heute wichtiger denn je.
Nicht nur als religiöses Fest. Sondern als kleine Erinnerung daran, dass vieles in unserem Leben nicht einfach aus dem Nichts entsteht.
Und vielleicht dürfen wir den Gedanken der Ernte sogar noch ein wenig weitertragen.
Denn auch in unserem eigenen Leben gibt es Dinge, die gewachsen sind.
Eine Freundschaft.
Ein neuer Mut.
Eine Begegnung.
Ein langer Weg, den wir geschafft haben.
Eine Erinnerung, die uns noch immer wärmt.
Menschen, die geblieben sind.
Und manchmal auch die Erkenntnis, dass wir stärker waren, als wir selbst
geglaubt haben.
Nicht jede Saat geht auf. Nicht alles, was wir uns wünschen, wächst so, wie wir es geplant haben. Manche Dinge brauchen viel länger, andere verschwinden wieder.
Aber wenn wir heute einmal innehalten und unseren ganz persönlichen Erntekorb betrachten – vielleicht finden wir darin mehr, als wir gedacht haben.
Ein paar schöne Erinnerungen.
Ein bisschen Zuversicht.
Liebe.
Dankbarkeit.
Und vielleicht sogar Hoffnung auf das, was noch wachsen darf.
Erntedank bedeutet für mich deshalb nicht nur, für eine volle Ernte dankbar zu sein.
Es bedeutet, einmal stehenzubleiben und wahrzunehmen, wie viel Gutes längst da ist.
Und dafür einfach zu sagen:
Danke!
Anne Seltmann 04.10.2026, 09.09| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen | Erntedankfest, Ernte, KI, Midjourney,

Arvid saß schon eine ganze Weile auf dem alten Steg und hielt seine Angel ganz fest. Die Mütze war ihm ein bisschen zu groß, die Gummistiefel ein bisschen zu gelb – aber zum Angeln, fand er, passte beides ganz wunderbar. Plötzlich zupfte etwas an der Schnur. Arvid hielt den Atem an.
„Hab ich dich!, flüsterte er. Doch als er vorsichtig die Angel hochzog, baumelte dort ein kleiner Fisch im Wasser. Er schaute Arvid an. Arvid schaute zurück.
„Du bist aber klein. Der Fisch machte einen kleinen Sprung. Arvid musste lachen. „Na gut, sagte er, „du darfst wieder nach Hause. Er ließ die Schnur locker und der Fisch verschwand mit einem fröhlichen Platscher im See. Arvid setzte sich wieder hin und hielt die Angel ins Wasser. Vielleicht, dachte er, würde heute ja noch jemand anbeißen. Aber eigentlich war er schon zufrieden. Denn manchmal ist ein kleiner Fisch viel schöner als ein großer Fang.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 02.10.2026, 08.05| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Freitag, Fischtag, Fisch, KI, Midjourney, Poem, Lyrik, Geschichte,

Seit Emil seine blaue Mütze trug, war auf dem kleinen Bauernhof nichts mehr so, wie es einmal gewesen war.
Die Tiere hatten sich inzwischen daran gewöhnt, dass Emil morgens mit hoch erhobenem Kopf über den Hof stolzierte. Sogar die Hühner machten ihm Platz. Schließlich wusste inzwischen jeder: Wo Emil mit seiner blauen Mütze auftauchte, konnte jederzeit etwas passieren.
Und tatsächlich dauerte es nicht lange.
Eines Morgens stand Emil am Teich und starrte lange über den Zaun. „Was guckst du denn so?, fragte die Katze. „Ich glaube, sagte Emil, „ich habe Fernweh. „Fernweh? Du bist eine Gans. „Na und? Gänse können fliegen. Die Katze sah zu Emils blauer Mütze. „Mit der? Emil nickte stolz.
„Gerade mit der!
Also packte Emil einen kleinen Rucksack, steckte ein Stück Brot hinein und zog die Mütze besonders tief über die Ohren. Er flog los. Leider kam er nicht besonders weit. Die Mütze flatterte so heftig im Wind, dass Emil plötzlich rückwärts flog.

„Das ist kein Rückflug!, schnatterte er empört. „Das ist Gegenwind! Er landete schließlich auf einem Heuhaufen.

Aber Emil gab nicht auf.
Einige Tage später entdeckte Emil am Horizont einen alten Leuchtturm. „Da muss ich hin! Also marschierte er los. Den ganzen Weg über traf er Tiere, die ihn neugierig musterten. Ein Esel fragte:„Warum trägst du eine blaue Mütze? „Weil ich sie mag. Ein Schaf fragte: „Ist sie warm? „Sehr. Ein Frosch fragte: „Kann ich sie mal ausprobieren? „Nein.
Emil war schließlich Emil.
Am Leuchtturm angekommen, setzte er sich auf die oberste Stufe und blickte hinaus aufs Meer. Da kam eine kräftige Windböe. Pffffft! Emils blaue Mütze flog davon.
„Meine Mütze! Emil rannte hinterher. Die Mütze segelte über den Strand, hüpfte über einen Stein und landete schließlich direkt auf dem Kopf eines kleinen Seehundes.

Der Seehund blinzelte. Emil blinzelte. Dann sagte der Seehund: „Steht mir eigentlich ganz gut. Emil musste lachen.
„Für fünf Minuten.
29.09.2026, 15.51| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen
Kalender kann jeder – ich mache lieber Bilder, die es so nicht gibt!
Was passiert, wenn die eigene Fantasie plötzlich keine Grenzen mehr kennt?
Bei meinen Kalenderprojekten darf genau das passieren. Ich denke mir Geschichten, ungewöhnliche Figuren, verrückte Situationen und ganze kleine Bildwelten aus – und mit Künstlicher Intelligenz werden daraus Bilder, die vorher nur in meinem Kopf existiert haben.
Ob skurril, poetisch, märchenhaft, humorvoll oder einfach ein bisschen anders: Ich liebe es, Ideen auszuprobieren und zu sehen, wohin die Reise geht.
Nur einer meiner Kalender zeigt meine eigenen Fotografien. Alle anderen sind kleine Ausflüge in meine Fantasie – entstanden mit KI und ganz viel Freude am Erfinden, Gestalten und Ausprobieren.
Einige dieser Bildwelten habe ich inzwischen auch als Kalender zusammengestellt. Und weil ich mich manchmal selbst kaum entscheiden kann, welcher mir am besten gefällt, dürft ihr einfach ein bisschen mitstöbern.
Meine Kalender findet ihr auf >> Pinterest << – vielleicht entdeckt ihr dort ja eine Bildwelt, die euch genauso begeistert wie mich.
Anne Seltmann 29.09.2026, 15.20| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: GrafischePerlen | Pinterest, KI, Midjourney, Kalender, Calvendo,

Ein Parvenü ist jemand, der plötzlich zu Geld, Einfluss oder gesellschaftlichem Ansehen gekommen ist – und nun mit aller Kraft beweisen möchte, dass er schon immer genau dorthin gehört hat.
Kurz gesagt: Gestern noch Hinterhof, heute schon goldene Türklinke – und bitte alle schön hinschauen!
Der Parvenü liebt Statussymbole. Ein großes Auto? Muss sein. Eine protzige Uhr? Natürlich. Ein möglichst wichtig klingender Name auf der Einladungsliste? Unbedingt. Und wenn er beim Champagnertrinken ganz nebenbei erwähnt, was die neue Designercouch gekostet hat, dann war das selbstverständlich nur eine beiläufige Information.
Das Wort kommt übrigens aus dem Französischen „parvenu und bedeutet sinngemäß „Emporgekommener.
Merksatz:
Ein Parvenü ist jemand, der die gesellschaftliche Leiter hochgeklettert ist – und oben angekommen erst einmal überprüft, ob auch wirklich alle gesehen haben, wie er das geschafft hat
Anne Seltmann 29.09.2026, 05.38| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Sprachsalat à la carte, Fremdwörter, Parvenü, Fremdwort,